«Herrschaftliche Villa» mit Auflagen, aber ohne Preis

Langenthal

Die Villa Geiser auf der Rumimatte ist zum Verkauf ausgeschrieben. Im Inserat wird das baufällige Gebäude sehr wohlwollend beschrieben.

Bevor sie unter Dornen verschwindet, soll die Villa Geiser jetzt erneut verkauft werden. Ein Preis wird allerdings nicht genannt.

Bevor sie unter Dornen verschwindet, soll die Villa Geiser jetzt erneut verkauft werden. Ein Preis wird allerdings nicht genannt.

(Bild: Robert Grogg)

Als «äusserst stilvoll und repräsentativ» wird die «herrschaftliche Villa» Geiser an «einmaliger, begehrter Wohnlage» zum Verkauf angeboten. Neun Zimmer auf zwei Geschossen, ein grosser Dachraum, fast 500 Quadratmeter Bruttogeschossfläche, circa 2200 Quadratmeter Umschwung. Preis auf Anfrage.

Eine Tafel am Haus beschreibt die Villa Geiser so: «Rot gefasster Putzbau unter ungeknicktem Walmdach, 1925 als herrschaftliches Landhaus von Architekt Max Egger gebaut. Repräsentativer Vertreter der Villa aus der Zwischenkriegszeit mit neuklassizistischen Elementen.

Mittelpunkt eines Landsitzes auf der ehemaligen Rumimatte.» Max Egger war übrigens Stadtbaumeister in Bern und ein Cousin des Bauherrn Gottlieb Max Geiser-Egger, Mitinhaber der Firma Geco.

Lange wohnte die Familie Geiser in der Villa. 1988 kam sie in den Besitz des Sohnes Max Geiser-Nusslé. Er verkaufte das gesamte Grundstück an die Firma Marazzi. Die veräusserte es 1990 an die Migros-Pensionskasse und die Ende 2012 an die Langenthaler SBL Invest GmbH von Daniel Steiner.

Im Frühjahr 2013 wurden rund um die Villa Profile für die Überbauung Blumenau ausgesteckt. Mittlerweile liegt die Baubewilligung für die 36 Eigentumswohnungen vor. Die Bauarbeiten für das 30-Millionen-Franken-Projekt sollen demnächst beginnen.

Später wird die Villa in dessen Mittelpunkt liegen, allerdings ohne eigene Zufahrt. Sie ist schon länger unbewohnt und weist, vorsichtig ausgedrückt, einen grossen Renovationsbedarf auf.

1995 entschied das Langenthaler Stimmvolk, dass die drei Villen am Rumiweg nicht abgebrochen werden dürfen. Im Parterre der Villa Geiser wollte die Stadt ursprünglich einen Kindergarten einrichten. 2009 verzichtete der Stadtrat jedoch auf ein Recht zur öffentlichen Nutzung.

Berner Zeitung

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