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«Heya, Bettle, Wäutklass»: Silber für Lokalmatadoren

Am Samstag war Langenthal die Hauptstadt der Orientierungsläufer: 380 Jugendliche aus 29 Ländern starteten an der Jugend-Europameisterschaft im Staffellauf. Die Lokalmatadoren strahlten mit zwei Silbermedaillen.

Man sieht sie nur kurz. Fünfzehn Sekunden lang vielleicht, einzeln oder in kleinen Gruppen, als hätte der Wald sie einfach ausgespuckt: Knaben und Mädchen mit schlammigen Stollenschuhen, Kniesocken, engen Sportkleidern und Karten in den Händen. Hinter der Absperrung wird gejohlt, geklatscht, gerufen, gehupt und gerätscht. Und schon verschwinden sie wieder im Dickicht des Waldes und es wird still.

380 jugendliche Orientierungsläufer und -läuferinnen aus 29 Ländern starteten am Samstag im Staffellauf der Jugend-EM im Orientierungslauf. Diese führte – je nach Kategorie – über 14 bis 20 Posten durch «Langenthal Ost». Startpunkt: Bettehölzli, beim Waldhof.

400 Stunden Bahnen gelegt

Posten 12: Zwei Jungs tauchen plötzlich aus dem Dickicht des Waldes auf, rennen auf den Posten zu. «Heya, heya, heya», ruft Michael Reinhart. «Czech Republic», «España» steht auf den Rücken der Läufer. Dann das erste Mädchen. Bettina Aebi, die Lokalmatadorin aus Oberönz, stürzt im roten Dress auf den Posten zu, als würde sie verfolgt. «Heya, Bettle, sehr guet, Bettle, Wäutklass!» ruft ihr Reinhart zu.

Er hat die Bahnen gelegt, zusammen mit Christian Schneidert. Vor einem Jahr haben sie damit begonnen, zusammen 400 Stunden investiert, günstige Routen gesucht, ausgemessen, abgeglichen, Kontrolleuren vorgelegt, korrigiert. «Früher war ich selber in der Elite aktiv», erzählt Michael Reinhart, «da konnte ich immer konsumieren». Jetzt habe sich das Blatt gewendet, und er könne dem Sport etwas zurückgeben. So verhält es sich bei den meisten der rund 250 Helfer und 80 Teambetreuer, die den Anlass begleiten.

Zwei Mal Silber für Schweiz

«Jetzt bin ich tot», sagt Sarina Jenzer. Flach liegt sie am Boden und atmet schnell. Gerade hat die Huttwiler OL-Hoffnung die Karte der Schlussläuferin ihres Teams übergegeben. Der Einsatz hat sich gelohnt: Das Schweizer Staffel-Team gewinnt die Silbermedaille. Eine nur von zwei Silbermedaillen für die Schweiz an diesem Tag.

Die zweite ging an das Herrenteam mit Florian Howald aus Oberönz. Heimvorteil? «Nicht unbedingt», meint der 17-Jährige. «Denn es ist auch ein grösserer Druck da. Aber man wurde immer angefeuert, das hat schon geholfen.»

Abgelöst wurden die Nachwuchssportler am Nachmittag von der Schweizer OL-Elite. Diese nutzte die gleiche Infrastruktur, um die Schweizer Meisterschaften im Staffel-OL auszutragen.

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