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Komplize bestreitet Mittäterschaft im Mordfall Roggwil

Der wegen Mittäterschaft am Tötungsdelikt von 2003 in Roggwil angeschuldigte Mann erschien am Mittwoch vor dem Regionalgericht Aarwangen. Er bestritt, überhaupt am Tatort gewesen zu sein.

Das 79-Jährige Opfer wurde am 13.August 2003 von Beamten weggebracht. Nachdem ein Täter bereits verurteilt worden ist, steht sein Komplize erneut vor Gericht.
Das 79-Jährige Opfer wurde am 13.August 2003 von Beamten weggebracht. Nachdem ein Täter bereits verurteilt worden ist, steht sein Komplize erneut vor Gericht.
Stefan Aerni

Er habe den bereits 2006 wegen Mordes verurteilten Täter nur in die Nähe des Hauses gefahren.

Nach seiner Verhaftung im Sommer 2009 hatte der 29-jährige Serbe noch zugegeben, im Haus des brutal umgebrachten 79-jährigen alt Metzgermeisters gewesen zu sein und die Tat mindestens beobachtet zu haben. Dieses Geständnis will er jetzt nur wegen Drohungen aus dem Umfeld des Haupttäters und Landsmanns gemacht haben, um seine Familie zu schützen.

Allerdings verwickelte er sich bei seiner Kehrtwende in massive Widersprüche. Auf die Vorhaltung, er habe seinerzeit mit dem Geständnis den Mittäter durch detaillierte Schilderungen des Tathergangs nicht weniger sondern stärker belastet, fand er keine plausible Antwort.

Gerichtspräsident Fritz Aebi fragte sich im Lauf der schwierigen Einvernahme, ob er wohl begriffsstutzig sei, dass ihm die Argumentation des Angeklagten überhaupt nicht einleuchte. Dieser versicherte ihm darauf: «Nein, nein, Herr Aebi, das glaube ich nicht.» Doch zur Erhellung des Sachverhalts trugen solche Intermezzi nicht bei.

Äusserste Brutalität

Beim Raubmord im Hitzesommer 2003 hatten die Tatbeteiligten ihr Opfer auf grausamste Weise umgebracht. Laut Anklageschrift überwältigten sie den betagten Mann im Schlafzimmer und versetzten ihm Schläge und Tritte gegen Rücken, Brustkorb, Hals und Kopf. Zusätzlich fesselten und knebelten sie den Mann.

Der mutmassliche Haupttäter wurde bereits im Jahr darauf in Däniken SO gefasst und 2006 wegen Mordes zu einer lebenslangen Freiheitsstrafe verurteilt. Das Obergericht des Kantons Bern bestätigte das Urteil ein Jahr später und sprach von einer äusserst hohen kriminellen Energie des Angeschuldigten. Dieser habe keinerlei Reue gezeigt. Zudem sei sein Aussageverhalten widersprüchlich.

Zunächst gedeckt

Den nun vor dem gleichen Gericht stehenden mutmasslichen Mittäter hatte er nicht auffliegen lassen. Dieser lebte jahrelang unbehelligt in einer Zürcher Gemeinde, bis er 2009 geschnappt wurde und daraufhin gestand, am Gewaltverbrechen beteiligt gewesen zu sein. Heute nun will er nur Chauffeurdienste geleistet haben.

Ganz anders die Sicht des verurteilten Täters, der als Auskunftsperson zum Verfahren geladen war. Er belastet den Angeklagten schwer und hat bereits ein Gesuch ans Obergericht zur Revision seines Prozesses gestellt. Eine plausible Erklärung für sein langes Schweigen zum Mittäter hatte er freilich nicht.

Die Einvernahme von Zeugen und Sachverständigen geht am Donnerstag weiter; der Freitag ist den Plädoyers gewidmet. Das Urteil ist für den kommenden Dienstag vorgesehen.

SDA/jzu

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