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Korff AG: Keine Entlassungen trotz schwieriger Wirtschaftslage

Sie verdiente sich mit Silberpapier eine goldene Nase: die Alufolienfirma Korff AG. Jetzt ziehen für den KMU-Betrieb bescheidenere Jahre herauf. Doch Mitarbeiter sollen nicht weggespart werden.

Urs Erb: Geschäftsführer der Korff AG in Oberbipp, im grössten Aluminium-Lager der Schweiz.
Urs Erb: Geschäftsführer der Korff AG in Oberbipp, im grössten Aluminium-Lager der Schweiz.
Thomas Peter

Urs Erb geht voran, durchschreitet eine grosse Halle. Dann schaut er hinauf: Gestelle voller Paletten mit glitzernden Rollen bis unters Dach. «Das ist das kompletteste Alufolienlager Europas», sagt der Chef der Korff AG stolz und schreitet weiter. Der Betrachter reibt sich die Augen: Das umfangreichste Lager Europas in einem 1500-Seelendorf wie Oberbipp? Kunden in 30 LändernAls Urs Erb (53) im Jahr 2004 die Korff AG kaufte, wollte er, der ehemalige Manager im Stahlhandel, nochmals etwas Neues machen. Obwohl er bereits einen «kerngesunden» Betrieb übernahm, verdoppelte er seither den Umsatz nahezu, steigerte den Exportanteil von 70 auf 85 Prozent. Heute beliefern die Bipper Alu-Spezialisten Kunden in 30 Ländern weltweit. Die Korff AG mauserte sich zu einer begehrten Adresse für die Konfektionierung, also die massgeschneiderte Bearbeitung, von Alufolien. Abnehmer sind Industrie, Baugewerbe, Luftfahrt (Catering), Autoindustrie. Bekannte Produkte, zu denen die Oberbipper ihren Part beisteuern, sind zum Beispiel Teile von Alu-Verpackungen, in denen Flugpassagieren die Mahlzeiten serviert werden. Von Krise eingeholtNach fünf fetten Jahren hat die Krise jetzt allerdings auch die Korff AG ereilt. Schuld daran ist vor allem der Einbruch in der Autoindustrie und die Schwäche Deutschlands, des wichtigsten Handelspartners. «Da sind wir in den Hammer gelaufen», gibt Urs Erb zu. Ins Bockshorn jagen lässt er sich deswegen aber nicht. Dazu sei sein Betrieb zu breit aufgestellt; so macht die Autoindustrie nur gerade 5 Prozent des Umsatzes.Und wie zum Beweis nimmt Erb ein unscheinbares Stück Material in die Hand. «Unser Top-Produkt», erklärt der studierte ETH-Ingenieur mit einem Lächeln. «Das ist eine Alu-beschichtete Dämmplatte.» Da sieht der Korff-Chef ein grosses Potenzial, müssen doch Neubauten und Sanierungen immer strengere Normen in Bezug auf ihre Energie-Effizienz erfüllen.Durch dick und dünnAber ein Top-Produkt und die immer noch gut laufende Bauwirtschaft machen auch für die Korff AG noch keinen Frühling. Auch sie kann Kurzarbeit nicht mehr ausschliessen, wie Inhaber und Geschäftsführer Urs Erb einräumt. Doch Entlassungen sind zurzeit kein Thema. «Wir sind zusammen durch die guten Jahre gegangen», sagt der Chef. «Jetzt gehen wir auch zusammen durch die schlechten.»

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