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Langenthal schafft Ansatz für Sexgewerbe

Die städtische Gebührenverordnung von Langenthal wird um ein Kapitel zum Prostitutionsgewerbe ergänzt. Offiziell gibt es in der Stadt noch keinen Sexbetrieb.

Noch gibt es in Langenthal keinen offiziellen Sexbetrieb, die Grundlagen wären aber nun geschaffen (Symbolbild).
Noch gibt es in Langenthal keinen offiziellen Sexbetrieb, die Grundlagen wären aber nun geschaffen (Symbolbild).
Andreas Blatter

Im Oberaargau gibt es drei vom Regierungsstatthalteramt bewilligte Prostitutionsbetriebe: je einen in Huttwil, Aarwangen und Niederbipp. Doch was ist mit der einwohnermässig grössten Gemeinde der Region, der Stadt Langenthal? «Für die Stadt ist derzeit keine Bewilligung für ein Etablissement ausgestellt», sagt Markus Fuhrimann vom Regierungsstatthalteramt Oberaargau.

Ein offizieller Sexbetrieb in Langenthal fehlt also. Die Stadt beschäftigt sich dennoch mit der Prostitution: Sie ergänzt ihre Gebührenverordnung um ein entsprechendes Kapitel. Festgehalten wird darin, wie anfallende Arbeiten abgegolten werden sollen. «Einerseits fallen Aufwendungen im Rahmen der Bewilligungsverfahren an, andererseits sind periodische Kontrollen wahrzunehmen», lässt das Präsidialamt wissen. In der revidierten Gebührenverordnung, die Anfang 2015 in Kraft treten soll, steht, dass entsprechende Leistungen «nach Aufwand» in Rechnung gestellt werden.

Was ist noch Beiz, was Puff?

Die Stadt nimmt das Prostitutionsgewerbe vorsorglich in den Gebührenkatalog auf. «Wir haben momentan keinen Grund, die Tarife anzuwenden», sagt Andreas Ryf, Vorsteher des städtischen Amts für öffentliche Sicherheit. Man müsse aber die gesetzlichen Grundlagen dafür schaffen. Trotz fehlendem Gewerbe.

Dieser Befund erstaunt einigermassen. Schliesslich wird in Langenthal mindestens ein Lokal in Verbindung mit dem Rotlichtmilieu gebracht. Es befindet sich in der oberen Marktgasse. Solche Lokale einzustufen, sei nicht immer einfach, erklärt Andreas Ryf. Die Frage sei: «Wo hört das Gastgewerbe auf, und wo fängt das Rotlichtmilieu an?»

Ob es in der Stadt also einen Sexbetrieb gibt, kann nicht abschliessend beantwortet werden. Keine Rolle spielt in Langenthal aber offensichtlich die Strassenprostitution. Diese ist gemäss dem Gesetz über das Prostitutionsgewerbe auch an mehreren Orten verboten. Etwa in Wohngebieten oder in der Nähe von Friedhöfen und Schulen.

Berner Zeitung/paj

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