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«Löwen» steht wieder zum Verkauf

Die Freude war von kurzer Dauer: Nur vier Jahre nach dem Antrinket versucht Catherine Heng, den traditionsreichen Oberburger «Löwen» wieder zu verkaufen. Wegen Personalproblemen, wie sie sagt – aber wohl nicht nur.

Stephan Künzi
Der wilde Kerl hat Catherine Heng kein Glück gebracht: Die Oberburger «Löwen»-Wirtin sucht einen Käufer für die Traditionsbeiz.
Der wilde Kerl hat Catherine Heng kein Glück gebracht: Die Oberburger «Löwen»-Wirtin sucht einen Käufer für die Traditionsbeiz.
Thomas Peter

Die Ruhe hielt ziemlich genau vier Jahre an. Anfang Dezember 2005 wars, als Catherine Heng im altehrwürdigen «Löwen» Oberburg zum Antrinket lud. Die gebürtige Kambodschanerin hatte, von Zürich herkommend, das stattliche Gebäude an der grossen Kreuzung mitten im Dorf gekauft und wollte es nun unter ihrer Führung neuen, besseren Zeiten entgegenführen.

Diese hätte der Gasthof bitter nötig gehabt. Seit 1998, als sich der langjährige Wirt Willi Fuhrer in Richtung Rothöhe verabschiedete, hatten sich Pächter um Pächter die Klinke gereicht, ohne auf dem Betrieb glücklich zu werden. Wieder und wieder war von Geldsorgen und Schulden die Rede, und als auch dem Besitzer das Geld ausging, kam die von der mit faulen Kantonalbank-Krediten belehnte Liegenschaft unter den Hammer. Das Debakel war perfekt.

Gross waren deshalb die Erwartungen, als Catherine Heng den «Löwen» als asiatisch angehauchte Landbeiz wieder eröffnete – doch eben, jetzt ist wieder alles anders, denn die Wirtin bestätigt auf Anfrage: «Ja, ich will verkaufen.»

Schwierig zu finanzieren

Bereits seit einem halben Jahr taucht die Liegenschaft auf Immobilienseiten im Internet auf. Aktuell wird sie als imposantes Gebäude an zentraler Lage angepriesen, das unter anderem über eine Gaststube mit 30 Plätzen, eine Bar mit 50 Plätzen, ein Säli mit 100 Plätzen, eine Gartenterrasse mit 120 Plätzen, einen Saal mit 180 Plätzen und über 9 Gästezimmer verfügt. Den Verkaufspreis lässt das Inserat offen – er werde, verrät aber der mit dem Verkauf beauftragte Peter Baumer, bei ungefähr 1,8 Millionen liegen. Alternativ sei für 12000 Franken auch eine Verpachtung denkbar.

Laut Baumer haben in den vergangenen sechs Monaten immer mal wieder Leute Interesse am «Löwen» gezeigt, doch zu verbindlicheren Verhandlungen ist es bislang nicht gekommen. Kein Wunder angesichts der Tatsache, dass die Banken für einen Gastrobetrieb mittlerweile rund 50 Prozent Eigenkapital verlangen, wie er sagt: «Da ist ein Kauf nicht einfach.»

Und wieder das liebe Geld

Catherine Heng ihrerseits begründet ihre Verkaufspläne damit, dass sie Mühe habe, einen Koch mit den ihrer Küche entsprechenden Fertigkeiten zu bekommen. Schon seit jeher klagte sie darüber, dass sie Mühe habe, für asiatisches Personal die notwendigen Papiere zu bekommen. Dem letzten Koch, sagt sie heute, hätten die Behörden die Bewilligung nicht mehr verlängert. Also habe er abreisen müssen, und so stehe sie nun selber tagtäglich am Kochherd.

Bei alledem lässt die Wirtin aber durchblicken, dass auch sie finanziell besser dastehen könnte. So berichtet sie, dass sie sich mittlerweile von ihren drei Gastrobetrieben in Zürich getrennt und den Erlös voll und ganz in Oberburg investiert hat. Sie erzählt weiter, dass sie heute mit gerade mal einer Aushilfe arbeite und diese aus dem Umfeld ihrer Familie stamme. Als sie anfing, umfasste ihre Crew stolze zehn Köpfe. Und: Asiatische Köche, nimmt sie ihr Thema wieder auf, seien in der Schweiz rar und im Lohn entsprechend teuer, sobald sie sich hier zu Lande etabliert hätten.

Ob sie sich nicht zuletzt auch deshalb immer wieder neu im Ausland umsehen, immer wieder neu mit den Behörden verhandeln musste?

Eine grosse Arbeitslast

Vielleicht noch ein, zwei Monate könne sie sich die aktuelle Arbeitsbelastung mit Küche, Buffet und Service zumuten, blickt Catherine Heng in die Zukunft. Was passiert, wenn sie bis dann keinen Käufer oder Pächter gefunden hat, lässt sie derweil offen, ebenso, wie es für sie persönlich weitergeht. Nur so viel steht für sie fest: «Ich werde sicher nicht mehr selbstständig arbeiten.»

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