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Neuer Streit um Marktgasse

Die Belebung der Fussgängerzone in der Oberen Marktgasse und das Restaurant à la Carte sind einmal mehr Gesprächsthemen im Stadtrat – aber nicht nur dort.

So viel ist vor dem Choufhüsi selten los: Aber auch das Open-Air-Kino passt nicht allen Geschäftsleuten in der Oberen Marktgasse.
So viel ist vor dem Choufhüsi selten los: Aber auch das Open-Air-Kino passt nicht allen Geschäftsleuten in der Oberen Marktgasse.
Andreas Marbot

Letzte Woche diskutierte der Gewerbeverein über die Umgestaltung und Attraktivierung der Oberen Marktgasse (siehe BZ vom Samstag). Am Montagabend richtete Stadtrat Urs Zurlinden (FDP) Fragen zum Restaurant à la Carte an Stadtpräsident Thomas Rufener (SVP). Und dann reichte Stadtrat Pascal Dietrich (JLL) auch noch eine Interpellation ein. «Sieht der Gemeinderat Möglichkeiten, im Falle weiterer Verzögerungen seitens privater Grundeigentümer, wenigstens auf dem der Stadt gehörenden Grund und Boden – also primär auf dem Platz vor dem Choufhüsi – Massnahmen zur Attraktivierung umzusetzen?», fragt Dietrich.

Warten auf die Umgestaltung

Wenn schon die privaten Liegenschafts- und Geschäftsbesitzer oder -mieter nichts machen, dann soll wenigstens die Stadt im oder vor dem Choufhüsi für Betrieb sorgen. So könnte man den Vorstoss zusammenfassen.

Die Fussgängerzone ist ein Kind der Jungliberalen. Am Fasnachtssonntag 1994 wurde ihre Gemeindeinitiative vom Stimmvolk angenommen, 1999 die dazugehörende Überbauungsordnung mit minimalen Massnahmen verabschiedet. Die mit der Initiative verlangte Neugestaltung der Fussgängerzone lässt bis heute auf sich warten.

Städtische Liegenschaft

Dietrich verlangt nun vom Gemeinderat, den aktuellen Stand der Planung sowie der Verzögerungen offenzulegen. Dietrich will wissen: «Verfügt die Stadt über eine Eventualplanung, falls die Grundeigentümer ihre Verzögerungs- und Verhinderungstaktik noch weitertreiben?» Und er stösst gleich nach: «Eine vorgezogene Attraktivierung des Platzes vor dem Choufhüsi wäre ohne weiteres möglich, da dieser vollständig der Stadt gehört.»

Als Verhinderer nennt Dietrich die Stockwerkeigentümer des «blauen Hauses». Bekannt ist auch, dass Optiker Hans Marti vis-à-vis bisher seine Einwilligung zur Umgestaltung der Oberen Marktgasse verweigerte. Nicht zuletzt wegen Martis Kritik organisierte der Gewerbeverein letzte Woche eine Aussprache. Es kamen fast alle – nur Marti nicht. Kurt Wyss, FDP-Stadtrat und Präsident des Gewerbevereins, hofft trotzdem, dass die jetzt neu angelaufenen Diskussionen unter den Geschäftsleuten zu einer Einigung führen. Sonst kann die Stadt nicht bauen.

Am Rande der Veranstaltung war einmal mehr zu hören, wenn das Restaurant à la Carte am Eingang zur Oberen Marktgasse abends und am Sonntag geschlossen sei, dann sei das schlecht für alle. Als Liegenschaftsbesitzerin müsse die Stadt Druck ausüben auf ihre Mieterin.

Stadtrat Urs Zurlinden (FDP) wollte am Montag in der parlamentarischen Fragestunde zudem wissen: «Was hält der Gemeinderat von der Doppelbelastung der Mieterin des à la Carte und der Auberge? Sollte sie im Choufhüsi nicht einem neuen Wirt Platz machen?» Zahlreiche Langenthaler boykottieren das à la Carte tatsächlich seit Jahren. Sie sehen sich als Mitbesitzer des Hauses und verlangen andere Öffnungszeiten. Stadtpräsident Thomas Rufener will davon nichts wissen. Es gebe keinen Grund, an diesem Mietverhältnis zu rütteln. Die angesprochene Mieterin Therese Hälg sagt, die ewig gleichen Vorwürfe würden sie zwar nerven, mittlerweile nehme sie diese aber nicht mehr ganz so ernst. Sie habe ihren Vertrag 2007 um fünf Jahre erneuert und wolle selbstverständlich bleiben. «Das à la Carte ist mein Kind, das jetzt erwachsen ist.»

Küche ist zu klein

Ihre Kritiker hätten sich leider kaum je persönlich gezeigt und wüssten über viele Details gar nicht Bescheid. So habe sie einen nackten Raum gemietet. Küche, Buffet, Bar, und Mobiliar habe sie selber bezahlen müssen. Deshalb sei der ebenfalls umstrittene Mietzins etwas tiefer. In der Zeitung nennen will sie die Zahl nicht. Der Redaktion ist der Betrag bekannt – er entspricht dem Mindestlohn eines gelernten Mitarbeiters im Gastgewerbe.

Sie habe weder Nebenräume noch Keller, sagt Hälg. Für Nachtessen sei die Küche zu klein. Deshalb sei eine grössere Gartenwirtschaft nicht möglich. Anfangs habe sie am Sonntag noch offen gehabt. «Aber wir haben draufgelegt.» Heute wolle sie dann öffnen, wenn auch die Geschäfte rundum offen seien. Was auf der Marktgasse passiert oder eben nicht, beobachtet sie zwar, glaubt aber kaum mehr an eine rasche Besserung.

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