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Pnos tarnt Parteiversammlung erneut als Familienfest

Die rechtsextreme Partei Pnos hielt letzten Sonntag ihren Parteitag in einer Waldhütte in Huttwil ab. Brisant: Die Lokalität sei für ein Familienfest gemietet worden, sagt die Vermieterin.

Mehrere Mitglieder der Pnos an der Sempacher Schlachtfeier im Jahr 2008.
Mehrere Mitglieder der Pnos an der Sempacher Schlachtfeier im Jahr 2008.
zvg/Antifa Oberland

Am vergangenen Sonntag trafen sich die Mitglieder der rechtsextremen Partei National Orientierter Schweizer (Pnos) zum alljährlichen Parteitag in der Waldhütte der Herdgemeinde Huttwil. Bei der Vermieterin war der Anlass allerdings nicht als Parteitag, sondern als Familienfest angemeldet.

Die Pnos melde sich jeweils nicht offiziell, sondern über ein Mitglied als Familie an, sagte am Montag auch Rolf Flückiger, Präsident der Herdgemeinde Huttwil, an deren Versammlung. Es sei schwierig, das zu vermeiden. Damit nahm er den zuständigen Hüttenwart Ernst Flückiger in Schutz.

Das Vorgehen ist kein neues: Bereits im August letzten Jahres war die Waldhütte der Herdgemeinde Huttwil Treffpunkt der rechtsextremen Partei – und auch da wurde sie unter dem Vorwand einer Familienfeier angemietet, wie «20 Minuten» schreibt.

Mitglieder aus der ganzen Schweiz sind 2013 angereist an die als Familienbrunch getarnte Feier. Die Herdgemeinde sei «aus allen Wolken gefallen», als sie vom Aufmarsch erfahren habe, so Ernst Flückiger.

Keine Änderung an Vermieterpraxis

Dennoch hatte man die Vermietungspraxis nicht ändern wollen – schliesslich liessen sich nicht alle Mieter überprüfen. Die Antifa Oberland kritisiert, dass nichts unternommen worden sei: «Offenbar haben sie aus dem letztjährigen Vorfall keine Lehren gezogen», schreibt sie in einer Mail.

Gegenüber «20 Minuten» bestätigt Dominic Lüthard von der Pnos, dass am Sonntag eine Parteiversammlung in der Waldhütte stattfand. Ob der Anlass als Familienfest angemeldet worden sei, wisse Lüthard jedoch nicht. Bei der Pnos gehe es allerdings «sehr familiär zu», weshalb die Aussage auch nicht «gross gelogen» wäre.

Neben den Mitgliedern der Pnos seien am Sonntag auch der Basler Philippe Eglin und der in Aefligen wohnhafte Adrian Segessenmann an den Parteitag gekommen, zwei bekannte Gesichter der rechtsextremen Szene der Schweiz, so die Antifa Oberland.

Segessenmann ist Vize-Präsident der Pnos und gelte «seit Jahren als einer der führenden Köpfe der rechten Szene in der Schweiz». Er und Eglin sollen am Parteitag Reden gehalten haben.

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