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Rappa nimmt alles zurück

Wende im Burgdorfer Polittheater: Die FDP habe der BDP kein Wahlversprechen gegeben, sagt jetzt auch Francesco Rappa.

Prominentester Abwesender an der Burgdorfer Stadtratssitzung war Francesco Rappa. Nach seiner Verbalattacke auf Michael Ritter und die FDP verzichtete der BDP-Mann am Montagabend auf eine Begegnung mit den Beschuldigten. Auf Anfrage dieser Zeitung sagte Rappa gestern Morgen, er habe «einen wichtigen geschäftlichen Termin» wahrnehmen müssen.

Was den ehemaligen Anwärter auf das Burgdorfer Stadtpräsidium letzte Woche zum Frontalangriff auf Ritter und die Freisinnigen bewogen haben könnte, blieb offen. Rappa hatte dem FDP-Fraktionschef öffentlich unterstellt, ihm Mitte Dezember bei der Wahl des zweiten Stadtrats-Vizepräsidenten in den Rücken gefallen zu sein. Ritter habe versprochen, für den BDP-Kandidaten Rolf Ingold zu stimmen. Doch dann hätten die FDP und die Jungfreisinnigen für den SP-Kandidaten Stefan Berger votiert. Belege für seine Behauptung legte Rappa nicht vor.

«In gutem Glauben»

Überraschend liessen Rappa und Ritter dieser Zeitung gestern Nachmittag nun ein gemeinsam unterzeichnetes Communiqué zukommen. Es bringt ein wenig Licht ins Dunkel, vermag die Affäre aber nicht bis in den letzten Winkel zu erhellen. In der Mitteilung steht, die Freisinnigen hätten Ingolds Kandidatur an einer Vorbesprechung nur «zur Kenntnis genommen», Rappa aber nie zugesichert, den BDP-Kandidaten zu unterstützen. Dass die FDP-Fraktion die BDP-Fraktion später nicht darüber informierte, den SP-Vertreter zu wählen, sei «im Nachhinein falsch» gewesen, räumt Ritter ein.

Rappa seinerseits schreibt, er habe sich nach dem Gespräch mit der FDP-Fraktion «in gutem Glauben gewähnt», dass sie Ingold wähle, weil er nicht wissen konnte, dass die Freisinnigen sich zwischenzeitlich für den SP-Mann entschieden hatten. Von einem gebrochenen Wahlversprechen schreibt Rappa kein Wort mehr.

«Fall erledigt», sagt Rappa

Gegenüber dieser Zeitung sagte der BDP-Vertreter, für ihn und seine Partei sei «der Fall erledigt». Im Übrigen habe er die Anschuldigung nicht persönlich gemeint: «Michael Ritter und ich waren, sind und bleiben Freunde.» Weitere öffentliche Stellungnahmen zum Thema gebe es nicht, schreiben Ritter und Rappa abschliessend.

Von «erledigt», wie Rappa glaubt, kann jedoch nicht die Rede sein. Denn BDP-Mitglieder wundern sich nach wie vor über die Heftigkeit, mit der ihr Grossratskandidat über den Partner aus dem Bürgerblock hergefallen war: «Solche Meinungsverschiedenheiten klärt man unter vier Augen, statt sie an die grosse Glocke zu hängen», sagte alt Stadtpräsident und Grossrat Franz Haldimann. «Dass Rappa kurz vor den Wahlen einen solchen Wirbel veranstaltet, verstehe ich nicht.»

«Er tut mir leid»

Ein Mitglied des Burgdorfer Polit-Establishments, das seinen Namen nicht in der Zeitung lesen will, sieht das Polittheater zur Tragödie mutieren: «Eigentlich tut mir Rappa leid.» BDP-Präsident Christoph Wyss denkt nicht, dass das Image seiner Partei durch die Affäre beschädigt werden könnte. Es habe sich ja nicht um einen Angriff auf die Person Ritter gehandelt, nimmt Wyss seinen Vorstandskollegen und neuen Geschäftspartner Francesco Rappa in Schutz.

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