Zum Hauptinhalt springen

Raser sollen gebremst werden

Die Behörden von Kirchberg wollen die Strassen durch das Dorf sicherer machen, wenn nötig mit baulichen Massnahmen.

In Kirchberg wird zünftig auf das Gaspedal gedrückt: Geschwindigkeiten von bis zu 118 Kilometer pro Stunde wurden in den letzten zwei Jahren gemessen, erlaubt ist Tempo 50. Doch gebüsst werden die Fehlbaren in der Regel nicht. Der Radar, der an verschiedenen Strassen aufgestellt war, diente lediglich zur Verkehrserhebung. Die Gemeinde hatte die in Burgdorf ansässige Firma Kohler und Partner AG beauftragt, Zahlen zum Verkehr durchs Dorf zu liefern. Sie sollen als Grundlage zur Verkehrsplanung dienen.

Nun haben Gemeinderatspräsident Werner Wyss und Verkehrsplaner Roland Kohler die Resultate an einem Infoabend vorgestellt.

Nicht sogar Tempo 30?

«Die hauptsächlichen Problemzonen sind die Ein- und Ausfahrtsstrassen», erklärte Kohler und belegte dies mit Zahlen. An der Ersigenstrasse in Richtung Kirchberg waren 85 Prozent der Verkehrsteilnehmer mit Tempo 70 statt, wie erlaubt, mit Tempo 50 unterwegs. An der Eystrasse 80 wurde gar mit 102 und einmal eben mit 118 Kilometern pro Stunde gerast.

Wenig bis kein Handlungsbedarf bestehe dagegen in den Quartieren, erklärte Ratspräsident Wyss den rund 30 Anwesenden. Dort würden die erlaubten Geschwindigkeiten oft unterschritten. Daraus könne man aber auch falsche Schlüsse ziehen, entgegnete eine Frau aus dem Publikum. Man müsse ja auch die Sicherheit der Fussgänger und Velofahrer berücksichtigen. Sie fragte nach, ob die Planungsgruppe bei Schulwegen eine Reduktion auf Tempo 30 in Betracht ziehe. Doch sie erhielt sie eine abschlägige Antwort: «Die Einführung von Tempo 30 liegt nicht in der Kompetenz der Gemeinden, und die erhobenen Geschwindigkeiten sprechen gegen eine Bewilligung durch den Kanton», sagte Planer Kohler.

Offen für Anregungen

Viel zu reden gab im Publikum die Eystrasse. Das Fahrverbot aus Richtung Burgdorf werde nicht eingehalten, und die Polizei mache zu wenig. Die gemessenen Geschwindigkeiten zeigten ja, dass viel zu schnell gefahren werde.

Auf die Präsentation eines griffigen Massnahmenkataloges warteten die Anwesenden vergebens. Zwar wurden Beispiele von möglichen baulichen Massnahmen aufgezeigt, doch die Behörden nutzten den Anlass vor allem als Plattform, um Anregungen aus der Bevölkerung entgegenzunehmen.

Nach den Sommerferien

Im März trifft sich die Planungsgruppe zu einer weiteren Sitzung, und dann soll es konkreter werden. So wird noch in Lauf des Frühlings entschieden, wo welche Bauten nötig sind. Wyss rechnet damit, dass nach den Sommerferien die ersten Arbeiten angepackt werden können. 90'000 Franken sind laut dem Gemeinderatspräsidenten für eine erste Tranche budgetiert worden. Einzelne kleinere Sofortmassnahmen wurden bereits im letzten Jahr umgesetzt.

Dieser Artikel wurde automatisch aus unserem alten Redaktionssystem auf unsere neue Website importiert. Falls Sie auf Darstellungsfehler stossen, bitten wir um Verständnis und einen Hinweis: community-feedback@tamedia.ch