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Rauchende Köpfe am Podium zur Armee

Sollen Schweizer Soldaten im Ausland Frieden stiften? An einem illustren Podium mit Nationalräten und Armeeangehörigen in der Alten Mühle Langenthal blieben die Meinungen am Montagabend geteilt.

Lieferten sich in der Alten Mühle eine ausdauernde Debatte über Auslandeinsätze: (v.r.) die Nationalräte Ulrich Schlüer, Edi Engelberger, Pius Segmüller, Podiumsleiter Peter Forster und Nationalrätin Evi Allemann.
Lieferten sich in der Alten Mühle eine ausdauernde Debatte über Auslandeinsätze: (v.r.) die Nationalräte Ulrich Schlüer, Edi Engelberger, Pius Segmüller, Podiumsleiter Peter Forster und Nationalrätin Evi Allemann.
Thomas Peter

Es war ein hochkarätiges Podium, das die Offiziersgesellschaft Langenthal und Umgebung in der Alten Mühle organisiert hatte: Drei Mitglieder der Sicherheitspolitischen Kommission des Nationalrates, Nationalrat und «Schweizerzeit»-Chefredaktor Ulrich Schlüer (SVP), der stellvertretende Armeechef Eugen Hofmeister und der deutsche Brigadegeneral Jörg Vollmer boten ihren Zuhörern eine ebenso engagierte wie ausdauernde Debatte über Auslandeinsätze der Armee.

Eine Diskussion mit so vielen Pros und Kontras, dass Podiumsleiter Peter Forster, Chefredaktor des «Schweizer Soldaten», die Diskussion nach mehr als zwei Stunden mit einem Zitat Enrico Fermis schloss: «Ich bin so verwirrt wie zuvor, aber auf höheren Niveau.»

«Mit Erfahrung helfen»

Engagiert für die Friedensförderung auch durch Auslandeinsätze von Armeeangehörigen setzte sich Nationalrätin Evi Allemann (SP) ein. Es gehe dabei nicht um Kampfeinsätze, sondern darum, mit Erfahrung und Wissen dort zu helfen, wo dies notwendig und möglich sei. Ähnlich äusserte sich Nationalrat Pius Segmüller (CVP), der als ehemaliger Kommandant der Schweizergarde in Rom und als Leiter verschiedener Auslandeinsätze einschlägige Erfahrungen ans Podium mitbrachte.

Vehement wandte sich Segmüller gegen die Unterstellung von Ulrich Schlüer, für Auslandeinsätze meldeten sich ohnehin nur Arbeitslose, die keine Stellen fänden. «Das Gegenteil ist wahr», hielt Segmüller fest. «Wir brauchen hoch qualifizierte Kräfte für solche Einsätze.»

Schlüer gegen alle

Nationalrat Edi Engelberger (FDP) brachte auch die Ausbildung auf ausländischen Waffenplätzen in die Diskussion mit ein. Er befürworte es, dass Schweizer Soldaten auch auf diesen ausgebildet werden könnten. Ulrich Schlüer allerdings zeigte sich auch in diesem Punkt gegenteiliger Meinung – und stand zum Schluss alleine gegen alle da.

Wirklich einig waren sich die Politiker in dieser hitzigen Debatte nur in einem: Sie alle warten mit Ungeduld auf den Armeebericht des Bundesrates. «Wir hoffen auf einen nüchternen und pragmatischen Bericht mit realistischen Szenarien», brachte es Evi Allemann auf den Punkt.

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