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Schrittweise zum Atomausstieg

Die Stadt unterstützt eine Solarfirma und strebt den Atomausstieg an. Jetzt wird gar eine lokale Energieproduktion zum Thema.

Langenthal setzt auf Solar.
Langenthal setzt auf Solar.
Colourbox

Gleich ein doppeltes Zeichen gesetzt hat der Stadtrat am Montag vor dem Hintergrund der aktuellen Energiedebatte. Mit Wirtschaftsförderungsmassnahmen erleichtert er der Solar Industries AG den Start, die in Langenthal Solarpanels zur Stromerzeugung produzieren will. Und er hat die Motion der Stadträtinnen Anna Aeberhard und Karin Rickli (beide Grüne) angenommen, die den Ausstieg der Stadt aus der Atomenergie anstrebt (wir berichteten). Diesem Beschluss war allerdings eine heftige Diskussionen vorausgegangen, was sich im denkbar knappen Abstimmungsresultat widerspiegelte.

Keinerlei Befürworter fand die Motion bei der SVP. «Wir diskutieren hier über eine Investition in warme Luft», so Patrick Freudiger schon fast spöttisch. Ein Alleingang Langenthals werde Fessenheim auch nicht abschalten. Einzelne Vertreter der FDP waren ebenfalls gegen die Motion. Diese verlange, den Schalter zu drehen, ohne eine Lösung aufzuzeigen, sagte Christoph Kuert.

Unterstützung fand der Vorstoss indes bei den anderen Fraktionen. Der Weg zu einer neuen Energieversorgung sei lang und steinig, sagte Motionärin Karin Rickli. «Das hier wäre aber ein Schritt in die richtige Richtung.» Sie verteidigte auch die geschätzten Mehrkosten von 150000 Franken. «Mehrkosten für saubere Energie sind sinnvoller ausgegebenes Geld als die 293000 Franken letztes Jahr für einen netten Abend mit unserem Bundesrat.»

Die Stadt bezieht heute mehr als 50 Prozent ihres Stroms aus Atomenergie. Es gehe um den wirtschaftlichen Anstoss, unterstützte Manuel Ischi (GLP) die Motion. Erst wenn erneuerbare Energien Abnehmer hätten, würden sie auch gefördert. Noch am selben Abend hat Ischi eine weitere Motion eingereicht. Darin fordert er den Gemeinderat auf, mittels einer Studie die Grundlagen zu schaffen für eine lokale Energieproduktion. Es sollen mögliche Standorte erfasst werden für das Erzeugen erneuerbarer Energien. Kathrin Holzer

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