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«So was von peinlich und out»

Den Abfall irgendwo liegen lassen, am liebsten dort, wo er am meisten stört: Das ist Littering. Auch Oberburg ist zunehmend davon betroffen. Der Gemeinderat denkt über Massnahmen nach.

Aus den Zeilen von Gemeinderat Martin Schwander, die er für die aktuelle Ausgabe des Oberburger Gemeindeblatts verfasst und mit «Total daneben» übertitelt hat, spricht deutlicher Unmut. «Eines ist es sicher nicht: ein Kavaliersdelikt. Denn für die betroffenen Privatpersonen wie für die Gemeinde als Ganzes hat das Littering weit reichende negative Folgen.» Mit diesen Worten lässt sich Schwander über das teils bewusst provozierende, manchmal aber auch gedankenlose Liegenlassen von Abfall im öffentlichen Raum oder auf privaten Grundstücken vernehmen. «Littering» heisst dieses unbotmässige Gebaren – und ist unterdessen ein weit verbreitetes Phänomen geworden.Dieses Wissen ist allerdings ein schwacher Trost. Ausbaden müssen es trotz allem die Betroffenen – etwa in Bern, wo derzeit eine Kampagne gegen die Unsitte des Müllwegschmeissens anrollt, oder eben in Oberburg, wo dieses Problem ebenfalls Ausmasse angenommen hat, die den Rahmen des Tolerierbaren sprengen.Garten als Abfallkübel«Ist es schiere Dummheit?», fragt sich Gemeinderat Schwander in seinem Artikel. «Auf alle Fälle häufen sich die Klagen, und wer zu Fuss durch das Dorf geht und dabei hie und da einen Blick in Nischen und Gärten wagt, langt sich an den Kopf: Unrat zuhauf, gedankenlos am Strassenrand liegen gelassen, aus Prinzip über Zäune und in Büsche geworfen. Der Abfall wird gerade dort entsorgt, wo er anfällt.» Erfunden worden sei die Wegwerfgesellschaft zwar nicht von den Jungen – und doch bezögen sich die Klagen, die in letzter Zeit beim Gemeinderat eingegangen seien, allem Anschein nach vor allem auf junge Leute. So werde beispielsweise ein Garten gegenüber dem alten Schulhaus als Abfallkübel benutzt, und einer der Schutzraumeingänge bei der Mehrzweckanlage gleiche zeitweise einer Müllhalde – ganz abgesehen von den unübersehbaren Spuren, die sich nach Partys in der Mehrzweckhalle durch das ganze Dorf zögen.Schwander führt drei Punkte ins Feld, um die Folgen des Litterings zu verdeutlichen: «Unsachgemäss entsorgte Abfälle verunstalten das Dorfbild, können nicht verwertet werden und gefährden insbesondere Kleinkinder und Tiere.» Zudem müsse die Gemeinde viel Geld ausgeben, um den Unrat wieder zu beseitigen – Geld, das sie besser einsetzen könne, zum Beispiel auch für die Jugend. Drittens schliesslich ziehe Littering weiteres Littering nach sich und könne bestimmte Quartiere allmählich verschandeln.«Littering ist so was von peinlich und out», wendet sich Martin Schwander an jene, die diese Unsitte praktizieren. Und belehrt sie, was es kosten kann, wenn man seinen Müll nicht richtig entsorgt: 40 Franken für Kleinabfälle wie Dosen, Flaschen, Verpackungen, Zigarettenstummeln und Kaugummis; 80 Franken für Hundekot und bis zu 40'000 Franken für grössere Müllmengen. Vorausgesetzt natürlich, man wird in flagranti ertappt. Da Abfallsünder meist um das Verbotene ihres Tuns wissen, gehen sie in unbeobachteten Augenblicken ans Werk.Nun sind Ideen gefragtBei mahnenden Worten will es die Oberburger Exekutive nicht bewenden lassen. Eines der Legislaturziele laute «mehr Sicherheit», sagt Gemeinderat Martin Schwander auf Anfrage. In diesen Bereich gehöre auch der Punkt «Littering». Dieses Thema müsse aber in seiner Gesamtheit erfasst und angeschaut werden, lediglich mit Repression sei wenig zu erreichen. Ebenso wichtig seien erzieherische Massnahmen – und vielleicht lägen die Ursachen des Problems ja hauptsächlich in der Infrastruktur. «Wir werden Ideen entwickeln», stellt Schwander in Aussicht.

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