Staunen über den Mut der Vorfahren

Langenthal

Am Samstag hatte die Bevölkerung Gelegenheit, einmal hinter die Kulissen des Langenthaler Stadttheaters zu schauen. Dies zur Meinungsbildung im Hinblick auf die Urnenabstimmung vom 30. November.

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Das Stadttheater Langenthal mit seinen 440 Plätzen wurde vor hundert Jahren für rund 6000 Einwohner gebaut. Heute wäre dies absolut undenkbar. Stadtpräsident war der Urgrossvater des heutigen Stapis Thomas Rufener. Die damalige Spende von Arnold Geiser machte mit 100'000 Franken ungefähr ein Fünftel der Baukosten aus. Sie war an die Bedingung geknüpft, dass das Theater spätestens fünf Jahre nach seinem Tod gebaut wurde.

Die Zuschüsse zur heute geplanten Sanierung betragen immerhin ein Drittel. Stadtchronist Simon Kuert brachte am Samstag mit seiner kleinen Ausstellung zur Geschichte des Stadttheaters viele Besucher zum Staunen.

Mit Zahlen und Guezli

Staunen war auch auf dem Rundgang angesagt: über die alte Technik oder die Requisiten im Dachgeschoss. Antiquitätenliebhaber wollten sich auf der Stelle Hirschgeweihe und Möbel sichern. Vom schönen Übungssaal bis zur nüchternen Künstlergarderobe oder der Waschküche standen sämtliche Türen offen.

Im Foyer versuchten Mitglieder des Fördervereins und des überparteilichen Komitees «Nein zur Luxussanierung» Unentschlossene mit Argumenten zu überzeugen. Die Gegner operierten mit nüchternen Zahlen, die Befürworter mit Guezli und witzigen Ansteckknöpfen.

Zu spät

Beide Seiten waren am Morgen auch auf dem Markt vor dem Choufhüsi anzutreffen: die Befürworter mit einem Stand und wechselnden Musikern. Marlies Fischer vom Theater Überland bot «Poesie hören» an. Die Gegner waren mit Flugblättern vor Ort. Vertreter beider Seiten versuchten die Passanten in Gespräche zu verwickeln, mussten aber feststellen, dass viele Langenthaler ihre Stimmzettel schon abgegeben hatten.

Berner Zeitung

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