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Visionär – aber ein paar Tage zu spät?

Um einen Speicher in Zollbrück vor dem Abbruch zu retten, griff die Denkmalpflege zu einem aussergewöhnlichen Mittel: Sie selber gab ein Überbauungsprojekt in Auftrag. Dieses ist nun fertig, kommt aber eventuell zu spät.

So könnte es dereinst aussehen: Der renovierte Gärbi-Speicher bildet eine Reihe mit neuen Einfamilienhäusern.
So könnte es dereinst aussehen: Der renovierte Gärbi-Speicher bildet eine Reihe mit neuen Einfamilienhäusern.
zvg

Auf den ersten Blick sieht er wenig aussergewöhnlich aus, der alte Speicher am Obereiweg in Zollbrück. Das beschädigte Dach musste mit einer Plane provisorisch gedeckt werden, zum Teil fehlen die Seitenwände, und neben dem Gebäude sticht ein Haufen Alteisen ins Auge.

Historisch gesehen ist der Speicher jedoch ziemlich aussergewöhnlich. Er gehörte zu einer alten Gerberei und sei «grösser als alle anderen Speicher, die wir kennen», sagt der kantonale Denkmalpfleger Michael Gerber. Denn der Gebäudekern ist umgeben von breiten Lauben, auf denen früher die Tierhäute zum Trocknen aufgehängt wurden. Entsprechend steht das «herausragende Baudenkmal» unter Schutz und darf nicht abgerissen werden. Genau das möchte Besitzer Fritz Grunder aber tun, damit auf dem Land freistehende Einfamilienhäuser entstehen können. Seit Jahren hatte er mit der Denkmalpflege erfolglos verhandelt, ehe diese einen Vorschlag zur Güte machte: Sie erarbeite zusammen mit einem Architekten eine Lösung, die aufzeige, wie der Speicher in eine neue Überbauung eingebettet werden könne. Wenn nach einem Jahr ein realisierbares Projekt vorliege, könne der Speicher erhalten bleiben. Wenn sich das Projekt dagegen als unrealisierbar erweise – etwa mangels Käufern –, sei es gescheitert, und die Denkmalpflege werde sich nicht mehr gegen den Abbruch wehren.

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