Vom und nicht zum Schreddern

Langenthal

Das Jassen (fürs Fernsehen) und das Schreddern von Abstimmungszetteln (für sämtliche Medien) standen bei der gestrigen Übergabe der Fasnachtszeitung «Päng» im Zentrum.

Volltreffer: Gemeinderat Rolf Baer versenkt seinen selber gefalteten Papierflieger Modell Gripen souverän im Schredder und bekommt dafür eines der noch druckfrischen «Päng»-Exemplare überreicht.

Volltreffer: Gemeinderat Rolf Baer versenkt seinen selber gefalteten Papierflieger Modell Gripen souverän im Schredder und bekommt dafür eines der noch druckfrischen «Päng»-Exemplare überreicht.

(Bild: Robert Grogg)

Der Langenthaler Gemeinderat kam in corpore, und alle trugen eine Trauerschleife am Arm. «Es ist das letzte Mal mit Paula und Laura», erklärte Reto Kurt vom Redaktionsteam des «Päng». Gemeint waren Paula Schaub und Laura Baumgartner, die wegen der Amtszeitbeschränkung nächstes Jahr für keine Spässe des «Päng» mehr den Kopf hinhalten müssen. Die Schleife sei übrigens ganz bewusst in einem völlig neutralen, fröhlichen Rot gehalten.

Da Langenthal bekanntlich eine Spielerstadt werden wolle und das Jassen in der Oberaargauer Metropole kurz vor dem entsprechenden Fernsehduell zur Chefsache erklärt worden sei, müssten sich die anwesenden Gemeinderäte ihr «Päng»-Exemplar entsprechend verdienen. Die Aufgabe bestand darin, aus einem Stimmzettel mit Jasskarte auf der Rückseite einen Papierflieger zu basteln und diesen gezielt im Schredder landen zu lassen.

Stadtpräsident Thomas Rufener wagte es, die Arbeit der «Päng»-Redaktion in Unkenntnis des Inhalts zu verdanken. Das Thema des frühzeitigen Schredderns nahm er gleich selber auf und erklärte, wenn sich die entsprechende Arbeitsgruppe im Glaspalast beeile, dann werde es mit der Produktion der diesjährigen Konfetti klappen.

Alkis on Tour

Schüler verkaufen die Fasnachtszeitung seit gestern Mittag. Kostenpunkt: 6 Franken. Dafür gibts 16 Seiten voller mehr oder weniger witziger Antworten auf nie gestellte Fragen. Dass sich die im Internet und am Bistro eingerichtete Rätschbox bereits gelohnt hat, lässt sich nicht so eindeutig beantworten. So fanden zwar ein paar zusätzliche Themen den Weg in die lupenreinen Klatschspalten. Dass sie teilweise unbearbeitet übernommen wurden, zeugt aber nicht gerade von grossem handwerklichem Tatendrang der Macher. Viele Geschichten sind ganz einfach zu lang. Auf Seite 13 bringt es die Redaktion gleich selber auf den Punkt. Zitat: «Gopferdammi, zu der Geschichte fällt uns einfach keine geeignete Pointe ein.» Den Satz hätte sie noch unter eine ganze Reihe weiterer Artikel setzen können. Schade.

Schön dagegen, dass man wie immer über jeden Ausrutscher, Blechschaden oder Tippfehler aller Langenthaler lückenlos informiert wird. Gar nicht ohne sind die träfen Kritiken der «Päng»-Restaurant-Tester. Und dass es Paul Bader gelang, seine Skischuhe falsch herum anzuziehen, verdient doch tatsächlich eine Erwähnung. Wer sonst schafft das schon? Man hat den direkten jährlichen Vergleich, wie es den armen Hunden von Rieders und Ex-Rieders geht. Eine Promi-Umfrage, die sich über sämtliche 16 Seiten hinzieht, zeigt zudem, dass ein Stadtjubiläum stattgefunden haben muss. Und im Artikel «Alkis on Tour» lässt sich lesen, wann und wo sich die Szene 2012 breitmachen oder den neuen Wuhrplatz beleben wird.

Berner Zeitung

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