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Wegen Brandserie: Angst nimmt zu

Vier Brände in fünf Tagen: In Langnau wachsen die Verunsicherung, das Misstrauen – und das Mitleid mit der Feuerwehr.

Gespenstisch: Meterhoch schiessen mitten in der Nacht Flammen aus dem Schuppen auf dem Gelände der Heimstätte Bärau.In Langnau hat es in der Nacht auf Donnerstag zum vierten Mal innert weniger Tage gebrannt. Die Ursache ist unklar.
Gespenstisch: Meterhoch schiessen mitten in der Nacht Flammen aus dem Schuppen auf dem Gelände der Heimstätte Bärau.In Langnau hat es in der Nacht auf Donnerstag zum vierten Mal innert weniger Tage gebrannt. Die Ursache ist unklar.
Severin Jakob, Leserreporter
Feuer auf dem Areal der Heimstätte Bärau: Der Brand brach kurz nach Mitternacht aus.
Feuer auf dem Areal der Heimstätte Bärau: Der Brand brach kurz nach Mitternacht aus.
Severin Jakob, Leserreporter
Die abgebrannte Scheune in Langnau an der Hühnerbachstrasse: Es ist bereits der vierte Brand in fünf Tagen.
Die abgebrannte Scheune in Langnau an der Hühnerbachstrasse: Es ist bereits der vierte Brand in fünf Tagen.
Walter Pfäffli
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Und wieder hat es gebrannt. Zum vierten Mal seit Samstag. Gestern Nacht vernichteten die Flammen einen Schuppen auf dem Gelände der Heimstätte Bärau. Nun liegen Unsicherheit und Angst wie ein Schatten über Langnau. Während die Untersuchungsbehörden «menschliches Verschulden» nicht ausschliessen, steht für die Passanten fest: Die Feuer wurden gelegt.

«Ich habe schon nach dem zweiten Brand nicht mehr an einen Unfall geglaubt», sagt ein Mann. Er will seinen Namen, wie alle anderen Befragten auch, nicht in der Zeitung lesen, um keine Aufmerksamkeit auf sich zu lenken. «Dass es in Langnau, wo sonst kaum je ein Feuer ausbricht, gleich zweimal hintereinander brennt, ist unwahrscheinlicher als ein Sechser im Lotto», sagt er.

Sein Kollege schlägt vor, eine Bürgerwehr zu formieren. «Bis die Polizei den Fall gelöst hat, sollen jede Nacht ein paar Männer durch Langnau patrouillieren». Ob der angebliche Feuerteufel auf diese Weise dingfest gemacht werden könnte, sei natürlich nicht sicher. «Aber eine abschreckende Wirkung hätte das bestimmt», glaubt der Einheimische.

Eine junge Frau mag die These vom Unbekannten, der im Dunkeln Feuer legt, nicht unterschreiben. «Theoretisch ist es ja denkbar, dass es aus technischen Gründen brannte. Oder weil jemand eine Zigarette wegspickte». Dennoch: Auch sie werde «mit der Zeit etwas nervös». Beim Einkaufen habe sie sich dabei ertappt, dass sie die Leute im Laden und auf der Strasse genauer anschaute als bisher. «Irgendwie überlegt man sich bei jedem Zweiten: Könnte der es gewesen sein?» Eine Frau mittleren Alters denkt nicht nur an den allfälligen Verursacher der Brände, sondern auch an deren Bekämpfer: «Die Feuerwehrleute tun mir leid», sagt sie. «Die sind den ganzen Tag am Arbeiten und müssen nachher, wenn alle anderen im Bett sind, noch ausrücken, weils wieder irgendwo brennt.»

Erschöpfung stellt sich ein

Matthieu Gerber, der Pikettoffizier der Feuerwehr Langnau, bestätigt, was die Langnauer befürchten: «Bei meinen Leuten machen sich langsam, aber sicher Erschöpfungserscheinungen breit. Sie haben nun zum dritten Mal die ganze Nacht und mit vollem Einsatz an einem Brandplatz gearbeitet und mussten unmittelbar danach wieder ihrer normalen Tätigkeit nachgehen. Das zerrt an den Kräften», sagt Gerber. Einige seiner Kameraden seien nun dazu übergegangen, früher ins Bett zu gehen. «So können sie zumindest halbwegs sicher sein, auch dann zu etwas Schlaf zu kommen, wenn sie um Mitternacht herum wieder aufstehen müssten», sagt Gerber. Gemeindepräsident Bernhard Antener nennt die Brandserie «erschreckend». Für die Ängste in der Bevölkerung habe er «volles Verständnis». Trotzdem oder gerade deshalb appelliere, möglichst gelassen zu bleiben «und die Profis von der Polizei in Ruhe ihre Arbeit machen zu lassen».

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