Langnau

Der Scherbenhaufen ist überschaubar

LangnauDie Krise mit der Essen und Kunst GmbH konnte gut bewältigt werden. Jetzt wollen die Verantwortlichen des Gasthofs Bären nach vorne schauen und sich an steigenden Besucherzahlen erfreuen.

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Es sind turbulente Zeiten, die der grosse, altehrwürdige Gasthof Bären hinter sich hat. Nahezu ein Jahr ist es jetzt her, seit die Pächterin, die Essen und Kunst bei Bären GmbH, den Gasthof überraschend und vor Vertragsende verlassen hat. Sam und Mike Brechbühl sind damals mit ihrer Gastro Langnau GmbH in die Bresche gesprungen.

Es war keine einfache Ausgangslage für die Brüder und auch nicht für die Genossenschaft Bären Langnau, in deren Besitz die Liegenschaft ist. Innert weniger Wochen musste der Betrieb neu aufgestellt werden, damit er nicht in Konkurs geht und plötzlich wieder leer steht. Das war geglückt.

Nun scheint langsam aber sicher Ruhe einzukehren. Und auch der Scherbenhaufen, den die ehemalige Pächterin hinterlassen hat, ist überschaubar.

Neue Geschäftszweige

Sam Brechbühl sagt es so: «Nach all den negativen Schlagzeilen im Zusammenhang mit der Essen und Kunst GmbH waren wir bemüht, den Bären wieder auf Kurs zu bringen.» Die steigenden Besucherzahlen bestätigten, dass man auf dem richtigen Weg sei.

Und doch: Die Gastobranche ist ein hartes Pflaster. Da kann sich natürlich niemand ausruhen, neue Ideen sind immer gefragt. So ist denn laut Brechbühl die Reorganisation auch noch nicht abgeschlossen. Die Gastro Langnau GmbH versuche, neue Geschäftszweige ausserhalb des Gasthofs aufzubauen, sagt er.

Es gibt keinen Grund, ein Jahr danach Leichen im Keller zu suchen.»Madeleine Ryser, Präsidentin Genossenschaft Bären

So übernimmt sie etwa das Catering des Hof 3 Open-Air-Kinos in Trubschachen und organisiert das Foodtruck Festival auf dem Bärenplatz am 25. und 26. Mai. «Im Bereich Catering sehen wir noch viel Potenzial», so Brechbühl.

Oberstes Ziel aber bleibe, einen attraktiven Gasthof für alle Langnauerinnen und Langnauer zu bieten. «Ganz grundsätzlich versuchen wir wieder Ruhe einkehren zu lassen und mit einem zuverlässigen, konstanten Team unsere Ziele zu verfolgen.»

Laut Brechbühl wird die Küche von einem Team geführt. Neben Kevin Künzler, der bereits bei der Essen und Kunst GmbH in der Küche tätig war, kam Corinne Spiller hinzu. Die strategische Leitung und Verantwortung der Küche liegt nach wie vor bei Patrick Rettenmund, dem früheren Wirt des Gasthofs Sternen in Trub.

Er ist auch in der Geschäftsleitung. Daneben sind fünf ehemalige Angestellte inklusive einer Lernenden der früheren Pächterin im Einsatz. Sieben weitere Mitarbeitende hat die Gastro Langnau GmbH neu ins Boot geholt.

«Keine Leichen im Keller»

Auch Madeleine Ryser hat eine anstrengende Zeit in den Knochen und will jetzt lieber nach vorne schauen als zurück. Sie ist die Verwaltungsratspräsidentin der Genossenschaft Bären Langnau.

Auf die Essen und Kunst GmbH angesprochen, sagt sie: «Es gibt keinen Grund, ein Jahr nach dem Ausscheiden des ehemaligen Pächters Leichen im Keller zu suchen, sondern wir sollten uns freuen, dass dank der vielen engagierten Leute die Krise gut bewältigt wurde.»

Der frühere Pachtvertrag habe mit wenig Kollateralschaden gelöst werden können. Es habe keine Löcher zu stopfen gegeben.

Ob die Essen und Kunst bei Bären GmbH neben dem angerichteten Schaden auch noch offene Forderungen im Dorf hinterlassen hat, darüber darf das zuständige Konkursamt keine Auskunft geben.

Zu erfahren war nur, dass das Konkursverfahren voraussichtlich in nächster Zeit abgeschlossen sein wird. Die Firma wird liquidiert und anschliessend gelöscht. (Berner Zeitung)

Erstellt: 16.05.2018, 17:56 Uhr

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