Koppigen

Kinder können wohl bald im Schatten planschen

KoppigenDas Kinderbecken im Schwimmbad soll ein ­Sonnensegel erhalten. Mittels Petition von privater Seite wurden Unterschriften dafür gesammelt. Nun werden Geldgeber gesucht.

An heissen Tagen wie derzeit kann das Spielen an der prallen Sonne für die Kleinen auch gefährlich werden.

An heissen Tagen wie derzeit kann das Spielen an der prallen Sonne für die Kleinen auch gefährlich werden. Bild: Marcel Bieri

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Angedacht wurde die Idee, das Kinderplanschbecken im Koppiger Schwimmbad zu beschatten, bereits vor zwei Jahren. Die Einheimische Ursula Bieri erinnert sich noch genau daran, dass sie mit Tochter und Schwiegertochter darüber gesprochen hatte: So idyllisch das flache Kinderbecken im Schwimmbad auch liegt, so unbarmherzig wird es von der Sonne bestrahlt, vor allem wenn diese im Zenit steht.

Ein Sonnenschirm, der jeweils vor Ort aufgespannt sei, bringe den kleinen Badegästen mitsamt ihren Betreuungspersonen nur partiellen Schatten, sagt Bieri. In einem ersten Schritt besprach die Mutter und Grossmutter die Idee eines fix montierten Sonnensegels mit dem Bademeister. Danach habe Funkstille geherrscht, sagt Bieri, die für den Gemeindeverband Koppigen arbeitet.

Um die Angelegenheit zu beschleunigen, lancierte sie im vergangenen Sommer eine Petition. Im Wissen darum, dass auch andere Bäder, wie etwa Kirchberg, Fraubrunnen oder Gerlafingen, ein solches Segel besitzen. Bei der Unterschriftensammlung bejahten 135 Personen die Idee.

Unterschrieben hätten nicht nur junge Mütter, sondern auch ältere Betreuungspersonen, sagt Bieri rückblickend. Die Petition wurde in der Folge umgehend der Betriebskommission der Badi unterbreitet, in der Hoffnung, dass Bewegung in die Angelegenheit kommen würde.

Andere Prioritäten

Die Betriebskommission habe die Idee durchaus wohlwollend aufgenommen, sagt Hauptbademeister Bruno Stucki. Allerdings hätten zu dieser Zeit andere Geschäfte prioritär behandelt werden müssen wie etwa die vorgesehene Sanierung des Eingangsbereichs oder der Neubau des ­Badirestaurants. Beide Geschäfte seien inzwischen allerdings zurückgestellt worden.

Grundsätzlich würden die Anregungen und Wünsche von Badegästen ernst genommen, sagt der 43-jährige Stucki, der seit nunmehr zwölf Jahren als Bademeister arbeitet. Die Bedürfnisse der zahlreichen Gäste seien heute äussert vielseitig, und man müsse bei allem immer auch den Kosten-Nutzen-Faktor berücksichtigen.

All diese Überlegungen kümmern die kleinen Badegäste im Kinderplanschbecken an einem heissen Tag nicht. In der Nähe hat es Gruppen von schattenspendenden Bäumen, einen kleinen See, aber auch eine beachtliche Anzahl Spielgeräte. Ein Vater von zwei kleinen Buben befürwortet ein Sonnensegel über dem Planschbecken durchaus. Bis die neu gepflanzten Bäume natürlichen Schatten spenden würden, sei eine künstliche Beschattung sinnvoll.

Ein junges Ehepaar aus Alchenstorf mit drei Kindern findet, dass es in der Umgebung eigentlich genügend schattige Plätze gebe. Ausschlaggebend sei doch immer, wie lange sich die Kinder mitsamt ihren Betreuern an der prallen Sonne aufhalten würden.

Ein weiterer Vater, der mit zwei ­kleinen Jungs im Schatten döst, befürwortet ein Sonnensegel. «Nicht zuletzt, da kleine Kinder beim Planschen und Spielen die Zeit vergessen.» Die Befragten wussten allerdings alle nichts von der Sonnensegelpetition.

Kostenpunkt: 17'000 Franken

Inzwischen hat die Badibetriebskommission Offerten eingeholt. 17'000 Franken wird das Sonnensegel kosten. Namhafte Sponsoren haben die Möglichkeit, ihr Logo auf das Sonnensegel drucken zu lassen. «Diese Kosten übernimmt», so Stucki, «der Segellieferant Bruno Sollberger aus Wynigen». Auf einem Aushang beim Badieingang wird um Spenden gebeten, eine ­blaue Tonne nimmt die Spendengelder der Badegäste auf.

Zusätzlich wird noch das Gewerbe angeschrieben. Etwa 140 Franken seien seit dem Aushang vor etwa zwei Wochen zusammengekommen, sagt Stucki. Die Badikommission sei zuversichtlich, dass das Geld bis zur nächsten Badesaison beisammen sei. Ein allfälliger Fehlbetrag würde wahrscheinlich von der Gemeinde übernommen. (Berner Zeitung)

Erstellt: 17.07.2017, 19:05 Uhr

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