Am Ende gehts doch wieder um den Verkehr

Kirchberg

Die Gemeinde Kirchberg informierte über eine geplante Flutlichtanlage beim Fussballfeld am Birkenring. Es meldeten sich einige kritische Stimmen.

In Kirchberg ist bisher nur der Kunstrasenplatz mit Flutlicht ausgestattet. Das wollen Gemeinde und FC ändern.

In Kirchberg ist bisher nur der Kunstrasenplatz mit Flutlicht ausgestattet. Das wollen Gemeinde und FC ändern.

(Bild: Thomas Peter)

Tobias Granwehr

Der Fussballclub Kirchberg ist ein erfolgreicher Verein mit 250 Aktivmitgliedern. Etwa die Hälfte davon sind Juniorinnen und Junioren, die auf der Sportanlage zwischen Emme und Birkenring ihrem liebsten Hobby nachgehen. Die 1. Mannschaft ist zudem die Höchstklassierte in der Region und befindet sich derzeit auf dem Weg zum Aufstieg in die 2. Liga interregional.

Das ist die fünfthöchste Liga im Schweizer Fussball. Clubs, die dort mitspielen wollen, müssen gewisse infrastrukturelle Auflagen des Fussballverbandes erfüllen. Dazu gehört zum Beispiel eine Flutlichtanlage. Eine solche gibt es in Kirchberg zwar, aber beim Kunstrasenfeld. Und dieses erfüllt die nötigen Platzmasse nicht. Zudem ist diese Spielunterlage bei den Fussballern nicht sonderlich beliebt.

Nun hat der Verein zusammen mit der Gemeinde – der Besitzerin der Sportanlage zwischen Emme und Birkenring – ein Projekt für eine Flutlichtanlage über dem Hauptspielfeld erarbeitet. Weil sich der Fussballplatz aber in unmittelbarer Nachbarschaft zu einem Wohnquartier befindet, wollte die Gemeinde die Bevölkerung über die Pläne informieren, obwohl das Vorhaben aus finanzieller Sicht in der Kompetenz der Exekutive liegt. So waren Interessierte am Montagabend in den Saalbau geladen.

Gemeinderat Beat Schürch (SVP), Ressort Liegenschaften, erklärte, was genau vorgesehen ist: Sechs 16 Meter hohe Masten mit je zwei Scheinwerfern. Dabei setzt die Gemeinde auf LED-Lampen. Das sei eine Punktbeleuchtung, die weniger strahle als früher, so Schürch.

«Wir wollen sichergehen, dass der Rasen beleuchtet wird und nicht das Quartier.» Kosten wird die Flutlichtanlage knapp 184'000 Franken, wobei die LED-Leuchten 60'000 Franken ausmachen. Die Gemeinde rechnet mit einem Beitrag des Sportfonds von 30'000 Franken.

FCK gut für Jugend und Dorf

FCK-Präsident Daniel Schoder versicherte den Anwesenden, dass nicht mehr und abends nicht länger als bisher trainiert werde. Die Beleuchtung erlaube es jedoch, im Herbst während einiger Wochen auch abends zu trainieren und am Samstag die Spiele später anzupfeifen.

In der anschliessenden Diskussion wurde teilweise infrage gestellt, ob die Flutlichtanlage überhaupt nötig sei. Zudem wurde darauf gepocht, dass die Benützungsverordnung der Gemeinde eingehalten wird.

Diese besagt, dass nach 22 Uhr und sonntags sogar nach 20 Uhr auf dem Platz kein Licht mehr brennen darf. Es gab aber auch positive Voten zugunsten des Vorhabens, denn der Club leiste viel für die Jugend und das Dorf.

Letztlich drehte sich die Diskussion um ein Thema, dass vielen Kirchbergern seit langem unter den Nägeln brennt, aber nichts mit einer Flutlichtanlage zu tun hat: den Quartierverkehr. Gerade bei Spielen nehme der Verkehr markant zu, hiess es.

Das dürfe nicht vergessen werden. Es brauche Lösungen, forderten verschiedene Anwohner. Gemeinderat Beat Schürch sagte, die Exekutive nehme dieses Anliegen auf, lenkte die Diskussion dann aber wieder auf die Beleuchtung.

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