An eine Baupause ist nicht zu denken

Langnau

Die Verantwortlichen des Dahlia geben ein forsches Tempo vor. Kaum ist die eine Gebäudehälfte an der Lenggen auf den Rohbau zurückgestutzt, publizieren sie die Pläne für die Erneuerung des Westteils.

<b>Künftig soll die Front des Westbaus</b> freundlicher und verspielter wirken.

Künftig soll die Front des Westbaus freundlicher und verspielter wirken.

(Bild: Christian Pfander)

Und all dies bei laufendem Betrieb. Im Dahlia Lenggen in Langnau wird seit Monaten umgebaut. Der östliche Gebäudeteil ist bis auf den Rohbau zurückgebaut, was vorher war, wird neu. Die bedeutendste Änderung ist die Züglete des Restaurants vom vierten Ober- ins Erdgeschoss.

Darüber, im ersten bis dritten Stock, entstehen neben einem Gruppenraum lauter Einbettzimmer. Sie werden so eingerichtet, dass sie später ohne grossen Aufwand in Zweizimmerwohnungen umfunktioniert werden könnten. «Denn wer weiss heute schon, was in zehn Jahren sein wird?», sagt Urs Lüthi.

Der Direktor des Dahlia, das an der Lenggen 138 Betten anbietet, will rasch auf sich verändernde Bedürfnisse der Heimbewohner reagieren können. Deshalb wird ganz im Osten des ersten Obergeschosses auch eine Abteilung eingerichtet, die es so bisher nicht gab: ein grosser Raum mit sechs Betten, in dem Menschen mit schwerer Demenz ihre letzten Tage verbringen können.

Direktor Urs Lüthi und Verwaltungsratspräsidentin Barbara Dürst. Foto: Christian Pfander

Menschen also, die von der Umwelt nicht mehr viel mitbekommen, die es laut Lüthi aber beruhigt, wenn sie nicht allein in einem Zimmer leben.Im Dachgeschoss sind zudem sieben Wohnungen vorgesehen für Menschen, die keine Betreuung nötig haben, bei Bedarf aber einzelne Dienstleistungen beziehen könnten. Bis Ende Jahr sollen die Arbeiten im Ostbau abgeschlossen sein. «Wir sind auf Kurs», sagt Lüthi.

Schlag auf Schlag

Doch an eine Pause ist nicht zu denken, im Gegenteil: Mit grossen Schritten geht es auf den Umbau des Westgebäudes zu. Das entsprechende Baugesuch liegt öffentlich auf. Anders als im 1975 erstellten Ostbau sei im westlichen Teil aus dem Jahr 1990 keine Asbestsanierung notwendig, stellt Lüthi erleichtert fest.

«Wir wollen die Einschränkungen für unsere Bewohner und die Angestellten so kurz wie möglich halten.»Urs Lüthi, Direktor des Dahlia

Im Erdgeschoss, wo die Verwaltung und der Saal untergebracht sind, wird sich wenig ändern. Nur die Fassade werde energetisch saniert, sagt Lüthi. Der Saal werde nicht grösser, die in der Baupublikation erwähnte «Erweiterung» beziehe sich bloss auf die Gastgewerbebewilligung.

Was aber verschwinden wird, sind die frontseitigen Balkone und Säulen, die dem ganzen Gebäude heute etwas «Mächtiges und Burgartiges» verleihen, wie Lüthi findet. Geplant sind stattdessen in den Obergeschossen erkerartige Vorbauten, die zusammen mit Farbakzenten für eine leichte, verspielte Hausansicht sorgen sollen.

Dank Erker mehr Platz

Die Erker ermöglichen es zudem, neben lauter Einbettzimmern eine gewisse Anzahl Zweibettzimmer zu erhalten und die oberen Stockwerke zu sanieren, ohne in die Struktur des Gebäudes eingreifen zu müssen. «Wir wollen eine energetische und platzmässige Verbesserung und gleichzeitig die bestehenden Werte erhalten», fasst Lüthi zusammen.

Zu reden geben dürfte der Entscheid, die Nasszellen in den Zimmern des Westbaus bloss mit einem Lavabo und WC auszustatten. Zum Duschen werden die künftigen Bewohner das Zimmer verlassen müssen. «Die allerwenigsten Pflegebedürftigen können selbstständig duschen», erklärt Lüthi. Sowohl für die Bewohner als auch für die Mitarbeitenden sei es daher «gäbig», eine gut ausgestattete, geräumige Dusche zur Verfügung zu haben.

25 bis 30 Millionen

Im zweiten Quartal 2020 möchte die Dahlia-Leitung mit den Umbauarbeiten im Westbau beginnen und diese 14 Monate später abschliessen. «Wir drücken aufs Tempo, denn wir bauen bei voller Auslastung», sagt Lüthi. «Wir wollen die Einschränkungen für unsere Bewohner und die Angestellten so kurz wie möglich halten.»

Für den Umbau der beiden Hausteile investiert der Verein Dahlia zwischen 25 und 30 Millionen Franken. In einer dritten Etappe wird der Nordbau an die Reihe kommen, jener Teil des Gebäudes also, in dem sich die heilpädagogische Schule der Stiftung BWO, die Physiotherapie Kipfer, das Hallenbad und die Turnhalle befinden.

Diese Inhalte sind für unsere Abonnenten. Sie haben noch keinen Zugang?

Erhalten Sie unlimitierten Zugriff auf alle Inhalte:

  • Exklusive Hintergrundreportagen
  • Regionale News und Berichte
  • Tolle Angebote für Kultur- und Freizeitangebote

Abonnieren Sie jetzt