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Anbau von Medizinalhanf soll nicht konkret gefördert werden

Der Gemeinderat Burgdorf lässt sich nicht verpflichten, sich stärker für den Anbau von Cannabis im Emmental einzusetzen.

Chantal Desbiolles
Das Emmental wäre ein fruchtbarer Boden für medizinischen Hanf. Doch Stadtpräsident Stefan Berger (SP) rief die «Flughöhe» in Erinnerung: Diese Gesetze würden auf nationaler Ebene gemacht.
Das Emmental wäre ein fruchtbarer Boden für medizinischen Hanf. Doch Stadtpräsident Stefan Berger (SP) rief die «Flughöhe» in Erinnerung: Diese Gesetze würden auf nationaler Ebene gemacht.
Symbolbild, Reuters

Der Same ist gesät. THC-haltige Tropfen und Magistralrezepturen vertreibt Apotheker Manfred Fankhauser in Langnau als einer von gerade mal zweien schweizweit, denen das gesetzlich erlaubt ist. Beliefert wird er dazu von der Burgdorfer Firma Cannapharm.

Allein diese beiden Beispiele zeigen: Das Emmental ist ein fruchtbarer Boden für Hanf, der zu medizinischen Zwecken verschrieben werden darf. Um sicherzustellen, dass dieses Potenzial ausgeschöpft wird, haben die beiden Burgdorfer EVP-Stadträtinnen Tabea Bossard-Jenni und Esther Liechti eine Bittschrift an den Gemeinderat gerichtet: Er soll sich für die Förderung des Hanfanbaus für medizinische Zwecke in der Region stark machen und über die Regionalkonferenz die Akteure miteinander vernetzen.

Der Gemeinderat verfolge die aktuellen Entwicklungen genau, stellte Sozialvorsteherin Charlotte Gübeli-Grütter fest. Man werde sich für neue, zukunftsweisende Wege einsetzen. «Allerdings müssen wir auch realistisch sein: Unsere Möglichkeiten sind beschränkt.»

Der Verein B. for Health sei beispielsweise der Phyto Valley AG bei der Suche nach einem Standort behilflich gewesen, die nebst Cannabis auch andere Medizinalpflanzen anbaut. Andererseits würden Gesuche im Rahmen der Neuen Regionalpolitik über die Regionalkonferenz bearbeitet und unterstützt.

Mehr tun als zuschauen

Es gebe noch einiges zu tun, stellte Esther Liechti dem gegenüber fest. Beispielsweise habe just die israelische Regierung den Export von Medizinalhanfprodukten bewilligt. Und an die Adresse des Stadtrates gewandt erklärte sie: «Wir vermissen eine konkrete Handlung.» Dem schloss sich die SP an: Man bitte mehr zu tun als nur zu schauen und zu begleiten, so Fabian Käsermann.

Ein flammendes Plädoyer für mehr Emmentaler Engagement in dieser Sache hielt FDP-Stadtrat Thomas Grimm. 70'000 bis 100'000 Personen konsumierten regelmässig Cannabis-Produkte. Lediglich 4000 von ihnen verfügten über eine Bewilligung dafür. Schmerzgeplagte Patienten würden in die Illegalität getrieben und die Erlöse aus diesen Geschäften in undurchsichtige Kanäle fliessen. Frühestens im Jahr 2022 sei mit einer Legalisierung zu rechnen. Kanada, Holland oder, eben, auch Israel seien heute bereits in diesem Geschäft tätig.

Stadtpräsident Stefan Berger (SP) rief die «Flughöhe» in Erinnerung: Die Gesetze würden auf nationaler Ebene gemacht. Die GLP verschaffte der Forderung Luft, dass sich die Mitglieder des Grossen Rates einsetzen. Das Postulat wurde mit 36 Ja-Stimmen angenommen und abgeschrieben, ohne Gegenstimmen oder Enthaltungen.

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