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Der Ruf nach dem Alpenhornkalender

Lebe nachhaltig – das wird uns heute eindringlich mit auf den Weg gegeben. Manches entspricht diesem Standart schon seit vielen Jahren.

Der Alpenhornkalender ist beliebt. Die Ausgabe 2020 wird in diesen Tagen ausgeliefert.
Der Alpenhornkalender ist beliebt. Die Ausgabe 2020 wird in diesen Tagen ausgeliefert.
Daniel Fuchs

Nachhaltigkeit ist in aller Munde – man soll ihr gemäss essen, trinken, schlafen und sich kleiden. Man soll nachhaltig zur Arbeit gelangen, mit dem öffentlichen Verkehr, dem Velo oder am allerbesten zu Fuss. Unbedingt soll man Sorge tragen zur Umwelt und Ressourcen schonen, wo es nur geht. Nachhaltigkeit ist die Maxime der Zeit.

Wie aber steht es um die Nachhaltigkeit im zwischenmenschlichen Bereich? Wie nachhaltig sind unsere Beziehungen in Zeiten von Social Media? In Zeiten also, in denen Treffen mit Freunden kürzestfristig abgesagt oder gar langjährige Partnerschaften mit ein paar kümmerlichen Zeilen per Kurznachricht beendet werden. Manchmal könnte man schon ins Grübeln kommen, ob all der Unverbindlichkeit, die da als Spontanität verkleidet durch unseren Alltag fegt.

Nicht schwarzmalen

Aber Halt. Wir wollen nicht schwarzmalen. Die «Jungen» sind sich des Wertes von Freundschaften durchaus bewusst, wie Umfragen zeigen. Erst kürzlich konnte man von einer Untersuchung lesen, die zutage gefördert hat, dass für Kinder das Spielen mit Kameraden wichtiger ist als die Beschäftigung mit dem Handy. Ja, klar, wir wissen nicht, wie viele Eltern ihre Hände im Spiel hatten, als die Kleinen die Kreuze machten. Aber wir wollen, wie gesagt, nicht schwarzmalen. Schon gar nicht im Angesicht dieser Geschichte:

Ein gemeinsames Abo

Vor vielen Jahren gab es in Langnau die Firma Emmentaler Druck. Diese gab den «Alpenhornkalender», auch bekannt als Brattig, heraus. Fest verbandelt war der Betrieb zu dieser Zeit mit der Herausgeberin der «Berner Zeitung». Deren Emmental-Redaktion war im Haus der Druckerei untergebracht. Und so begab es sich, dass zusammen mit der BZ auch gleich der «Alpenhornkalender» abonniert werden konnte. Immer zu Jahresbeginn wurde er den Abonnenten per Post zugestellt. Wer ihn nicht bekam, meldete sich bei der BZ, die damals im oberen Emmental noch liebevoll «Blettli» genannt wurde.

Dann rufen sie an

Die Zeiten der engen Verbundenheit sind vorbei, vor mehr als 20 Jahren wurde die Druckerei geschlossen. Damals trennten sich auch die Wege der Zeitung und des Kalenders. Die Brattig wird seither vom Licorne-Verlag in Murten herausgegeben. Und bei aller Sorgfalt, die diese Firma walten lässt, kommt es auch heute noch vor, dass Abonnenten ihren neuen «Alpenhornkalender» nicht termingerecht bekommen. Dann rufen sie an. Und zwar bei der BZ, wie sie das immer getan haben.

Wenn das keine nachhaltige Beziehung ist.

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