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Beherztes Handeln rettete einem Mann das Leben

Dramatik pur am Dienstag früh im Gyrischachenquartier: Zwei Männer brechen eine Wohnungstüre auf und retten in letzter Sekunde einen Mann vor dem Erstickungstod.

In einem Wohnblock in Burgdorf hat es Montagnacht gebrannt. Die Feuerwehr Burgdorf konnte das Feuer mit rund 35 Angehörigen rasch löschen.
In einem Wohnblock in Burgdorf hat es Montagnacht gebrannt. Die Feuerwehr Burgdorf konnte das Feuer mit rund 35 Angehörigen rasch löschen.
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Die Bewohner des Gebäudes wurden sicherheitshalber evakuiert. Bis auf eine Person konnten aber später alle in ihre Wohnungen zurückkehren.
Die Bewohner des Gebäudes wurden sicherheitshalber evakuiert. Bis auf eine Person konnten aber später alle in ihre Wohnungen zurückkehren.
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Der Rega-Helikopter bei der Landung. Mit ihm wurde der verletzte Mann ins Spital geflogen.
Der Rega-Helikopter bei der Landung. Mit ihm wurde der verletzte Mann ins Spital geflogen.
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Sefkan Isbilir erlebte am Dienstagmorgen als Augenzeuge dramatische Szenen. Gegen halb zwei Uhr stellt er erstmals einen Brandgeruch fest, doch in seiner Wohnung im ersten Stock des Hauses an der Gyrischachenstrasse 42 in Burgdorf ist alles in Ordnung.

Was er zu diesem Zeitpunkt noch nicht weiss: Im achten Geschoss des Hauses wird etwa zur gleichen Zeit Taxifahrer Müslüm Gül zu einem Einsatz aufgeboten. Er muss eine Kundin vom Spital Emmental nach Hause fahren.

Auch Gül nimmt den Brandgeruch wahr, er führt aber zuerst den Auftrag aus. Doch ein ungutes Gefühl beschleicht ihn, weshalb er an seinen Wohnort zurückrast. Dabei wird er am Einschlagweg noch vom Radar geblitzt.

Etage um Etage schreitet der Taxifahrer im Mehrfamilienhaus ab, bis er im fünften Stock hinter einer Wohnungstüre, aus welcher Rauch dringt, ein leises Flehen hört. Sofort rennt er in den siebten Stock und bittet einen irakischen Hausbewohner um Hilfe. Gemeinsam brechen sie die Türe auf, wo sie auf einen älteren Mann treffen, der es im dichten Rauch nicht geschafft hat, seine Wohnung zu verlassen.

Gül und sein Helfer tragen den Mann, der zu diesem Zeitpunkt nicht ansprechbar ist, eine Etage tiefer. Dort wird er von dem inzwischen alarmierten Sanitätsteam erstversorgt und reanimiert. Kurz darauf wird der Verletzte mit einem Rega-Helikopter ins Spital geflogen. Augenzeuge Sefkan Isbilir ist überzeugt: «Wenn die beiden mutigen Männer nicht so beherzt gehandelt hätten, wäre der Mann in seiner Wohnung zu Tode gekommen.»

Brand wegen Herdplatte?

Die Berner Kantonspolizei be­stätigte später den nächtlichen Einsatz im Gyrischachen. Spätestens durch das laute Rotorgeräusch des Rega-Helikopters waren viele Quartierbewohner aus dem Schlaf gerissen worden.

Die Meldung zum Brand im Wohnblock an der Gyrischachenstrasse 42 ging laut Kantonspolizei kurz nach 3.15 Uhr ein. Sie bestätigte, dass noch vor dem Eintreffen der ersten Einsatzkräfte Anwohner einen bewusstlosen Mann aus seiner Wohnung geborgen hätten. Dieser habe sich aber am Dienstagnachmittag bereits nicht mehr in einem kritischen Zustand befunden.

Die sofort mit 35 Angehörigen ausgerückte Feuerwehr Burgdorf habe den Brand rasch löschen können, teilte die Polizei weiter mit. Während der Löscharbeiten seien die übrigen Bewohnerinnen und Bewohner der Liegenschaft evakuiert worden. Nach dem Abschluss der Arbeiten hätten sie wieder in ihre Wohnungen zurückkönnen.

Hingegen sei die vom Brand betroffene Wohnung derzeit nicht mehr bewohnbar. 18 Personen wurden durch Ambulanzteams vor Ort medizinisch betreut. Gemäss den ersten Ermittlungen des Dezernats Brände und Explosionen der Kantonspolizei Bern ist davon auszugehen, dass das Feuer wegen einer nicht abgeschalteten Herdplatte in der Küche ausgebrochen war.

Trotz der nächtlichen Hektik stellt Augenzeuge Sefkan Isbilir zufrieden fest: «Ich bin erleichtert, dass es dem verletzten Mann im Inselspital zum Glück wieder besser geht.»

Nach einem Wohnungsbrand an der Gyrischachenstrasse in Burgdorf musste eine Person mit einem Rega-Helikopter ins Spital geflogen werden. Bild: Google Street View

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