Biketec entlässt – und stellt neu ein

Huttwil

Zwischen Juni und September haben 16 Mitar­beitende der E-Bike-Pionierin die Kündigung erhalten – aus wirtschaftlichen Gründen.Inzwischen hat die Flyer-Herstellerin bereits wieder 10 Leute temporär eingestellt.

Am Drücker: Der definitive CEO Andreas Kessler (rechts) mit Ivica Durdevic (Leiter Technik/Marketing) in der Produktion.

Am Drücker: Der definitive CEO Andreas Kessler (rechts) mit Ivica Durdevic (Leiter Technik/Marketing) in der Produktion.

(Bild: Thomas Peter)

Chantal Desbiolles

Viele exportorientierte Firmen in der Region sind in den vergangenen 21 Monaten seit der Aufhebung des Euromindestkurses ins Schlingern geraten und mussten handeln. Einige wenige haben die getroffenen Massnahmen – von Kurzarbeit bis Kündigung – von sich aus aktiv kommuniziert – die meisten zogen es vor, das nicht öffentlich mitzuteilen.In diese Kategorie fällt auch die Huttwiler Biketec AG, die stolze 75 Prozent ihrer Flyer im Euroraum verkauft.

Auf entsprechende Nachfrage hin bestätigte am Dienstag Mediensprecherin Anja Knaus: 16 Mitarbeitende haben in den vergangenen vier Monaten aus wirtschaftlichen Gründen die Kündigung erhalten. 5 von ihnen waren Teilzeitbeschäftigte.

Getroffen hat der Abbau zwischen Juni und September grösstenteils die Produktion, wo 11 der entlassenen Mitarbeitenden beschäftigt waren.

Schwankungen wegen Frankenschock und Wetter

«Die Velobranche ist ein Business, das immer wieder saisonalen Schwankungen ausgesetzt ist und externe Einflüsse verarbeiten muss», begründet Anja Knaus die Entlassungen.

Die nachhaltigen Auswirkungen des Frankenschocks und das extrem schlechte Wetter in der Frühlings-/Sommersaison 2016 hätten dazu geführt, dass Massnahmen zur Kostensenkung und Verkaufsförderung nicht mehr ausgereicht hätten, um die negativen Einflüsse auszugleichen.

Die hohen Bestellungen verlangen nach mehr Kräften

Intern kommuniziert worden seien die Kündigungen bereits am 25. Mai, sagt Knaus, anlässlich der regulären Mitarbeiterversammlung. «Es trifft nicht zu, dass zum jetzigen Zeitpunkt weitere Entlassungen geplant sind», sagt sie und widerspricht gegenteiligen Aussagen von Mitarbeitenden. Ganz im Gegenteil: Inzwischen hat das Unternehmen nämlich wieder Leute akquiriert.

In den letzten Wochen seien 10 fachlich gut qualifizierte Kräfte temporär eingestellt worden, so die ­Medienverantwortliche. Möglich machten dies die Bestellungen für das nächste Jahr. Knaus: «Sie haben sich äusserst positiv entwickelt und liegen deutlich über unseren Erwartungen.» Konkrete Zahlen nennt sie keine.

«Es trifft nicht zu, dass zum jetzigen Zeitpunkt weitere Entlassungen geplant sind.»Anja Knaus, Mediensprecherin

Zurück zur Sparmassnahme: Es ist nicht die erste, die Biketec umsetzt. Kurzarbeit gab es bei der E-Bike-Pionierin in den vergangenen drei Jahren nicht. Es sei jedoch in den vergangenen Monaten bei 2 Mitarbeitenden eine Kürzung des Pensums um 20 Prozent aus wirtschaftlichen Gründen erfolgt, erklärt Knaus. «Die Kürzungen wurden nach Absprache mit den Betroffenen umgesetzt, um eine Entlassung zu verhindern.»

Ein grosser Teil der nun entlassenen Mitarbeiter wurden gemäss Knaus freigestellt, «damit sie ausreichend Zeit für die Suche nach einer neuen Arbeitsstelle haben». Ebenfalls sei den Mitarbeitenden Unterstützung in der beruflichen Neuorientierung angeboten worden.

Die Biketec AG verfügt weder über einen Gesamtarbeitsvertrag, noch über einen Sozialpartner. Aktuell beschäftigt das Unternehmen mit Sitz in Huttwil 205 Personen – und zählt damit fast zehnmal mehr Mitarbeitende als in seinen Anfängen.

Diese Inhalte sind für unsere Abonnenten. Sie haben noch keinen Zugang?

Erhalten Sie unlimitierten Zugriff auf alle Inhalte:

  • Exklusive Hintergrundreportagen
  • Regionale News und Berichte
  • Tolle Angebote für Kultur- und Freizeitangebote

Abonnieren Sie jetzt