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Chüechlihus jubiliert mit

Das Regionalmuseum Langnau hat die Sonderausstellung «Handel im Wandel» eröffnet. Die Gemeinde feiert 550 Jahre Marktrecht und wünschte sich dazu eine Ausstellung im Chüechlihus.

An der Sonderausstellung im Chüechlihus können Handelswaren bestaunt werden, die teils sogar aus dem 16. Jahrhundert stammen.
An der Sonderausstellung im Chüechlihus können Handelswaren bestaunt werden, die teils sogar aus dem 16. Jahrhundert stammen.
Olaf Nörrenberg

Heute gilt das Emmental nicht mehr als zentraler Wirtschaftsstandort. «Wir werden gerne als Randregion betitelt», sagt Madeleine Ryser. Sie ist Leiterin des Regionalmuseums Chüechlihus Langnau. Am Freitag hat sie im Rahmen einer Vernissage die Sonderausstellung «Handel im Wandel» eröffnet. Es ist bereits die 16. Ausstellung unter ihrer Leitung. «Aber es ist das erste Mal, dass unser Arbeitgeber – die Gemeinde – Wünsche angebracht hat.»

Denn Langnau feiert 2017 Jubiläum: 550 Jahre Marktrecht. Das Museum greift das Jubiläum mit der Ausstellung zum Thema Handel im und aus dem gesamten Emmental auf. «Damit die Ausstellung sich nicht nur auf das ­lokale Geschehen beschränkt», schreibt die Museumsleiterin im jüngsten Mitteilungsblatt.

Hässige Händler

Dadurch soll ein möglichst brei-tes Publikum angesprochen werden. Denn das Museum möchte an den Erfolg der vergangenen Ausstellung anknüpfen, auf die es «etwas wehmütig» zurückblickt: Das Thema Auswanderung ver-schaffte dem Chüechlihus einen neuen Besucherrekord.

Doch auch mit der Geschichte des Markts können sich wohl viele Menschen identifizieren. «Wir haben 180 Marktstände in Langnau», sagte der Marktchef Alfred Glauser an der Vernissage. Er hat miterlebt, wie sich der Markt veränderte: Vor rund zehn Jahren seien noch Hundewelpen am Langnau-Märit verkauft worden. «So hat sich einmal ein Knabe einen Hund gekauft und nach Hause mitgenommen», erinnert er sich. Der musste der verärgerten Mutter den Namen des Verkäufers herausrücken.

Jahrelang führte Glauser ein Heftchen mit allen Angaben zu den Standbetreibern und Gebühren. Heute bearbeitet er die Daten am Computer. Denn die Kontrolle der Plätze ist wichtig: «Manchmal kommen die Händler unangemeldet.» Als Glauser einem solchen spontan keinen Platz zuweisen konnte, geriet dieser in Rage und beschimpfte den Marktchef: «Der Teufel soll dich holen!»

Die Sonderausstellung zeigt unter anderem Bilder von Märkten aus dem 20. Jahrhundert und gibt einen Überblick über die Händler, die heute kaum mehr auf dem Markt anzutreffen sind: Steinölträger etwa, die im 18. Jahrhundert das Mittel gegen Maul- und Klauenseuche lieferten. Aber auch Handelswaren kann der Besucher bestaunen, die teils sogar bis ins 16. Jahrhundert zurückgehen.

Eigener Raum für Käsehandel

Es gibt im Chüechlihus zudem viel Lesestoff zu den Hauptthemen Holz, Leinen, Käse, Vieh- und Pferdezucht. «Früher war das Emmental ein wichtiger Handelspartner der ganzen Schweiz und exportierte auch viele Güter ins nahe Ausland», erklärt Madeleine Ryser. Doch damals regulierte die Obrigkeit den Markt. Das Ancien Régime erhob Zölle. Batzen und Kreutzer können im Chüechlihus betrachtet werden.

Auch alte Werkzeuge wie der Bohrer, den man noch von Hand antreiben musste, sind ausgestellt. Dem Käsehandel ist sogar ein eigener Raum gewidmet. Darin fallen die alten Schablonen zum Beschriften der Kübel auf. London wurde etwa als Zielort auf die Fässer gemalt. «Mit dem Käse wurde der Name Emmental in die ganze Welt getragen», erklärt Ryser. Auf einer Weltkarte illustriert das Museum die Exportländer, die vom Emmental beliefert wurden. Sie reichen bis über den Atlantik hinaus.

Noch eine weitere Ausstellung wurde am Freitag eröffnet: Die Stiftung Hans Ulrich Schwaar zeigt das Leben des Kunstsammlers in Lappland. Wobei auch verschiedene Objekte aus der Kultur der Samen ausgestellt sind.

Handel im Wandel: Die Sonderausstellung im Chüechlihus dauert bis zum 27.2.2018. Öffnungszeiten: Dienstag bis Samstag, 13.30–18 Uhr, Sonntag und Feiertage, 10–18 Uhr.

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