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Das Bahnhofareal komplett neu gestalten

25 Millionen Franken investiert die BLS in die Modernisierung ihres Bahnhofs in Alchenflüh. Bei der Bevölkerung kommt das gut an – mit Ausnahme der Schliessung der Verkaufsstelle.

So soll der Bahnhof Rüdtligen-Alchenflüh nach der Umgestaltung aussehen.
So soll der Bahnhof Rüdtligen-Alchenflüh nach der Umgestaltung aussehen.
zvg

Der Gemeindesaal in Rüdtligen-Alchenflüh war so gut besetzt wie wohl nur selten. Geladen hatten die Gemeinde und die BLS, um über die Modernisierung des Bahnhofs zu informieren. Fragen gab es zum Schluss des Abends erstaunlich wenig, offenbar hat die Bevölkerung der drei betroffenen Dörfer Verständnis für den Erneuerungsbedarf des Bahnunternehmens.

Der Bahnhof befindet sich auf Gemeindegebiet von Rüdtligen-Alchenflüh, wird aber auch von vielen Kirchbergern genutzt. Und schliesslich ist auch Lyssach vom Projekt betroffen, denn die BLS möchte nicht nur den Bahnhof sanieren, sondern auf einer Länge von 1200 Metern auch das Gleistrassee sowie zwei Bahnübergänge. Einen an der Moserstrasse in Lyssach, den anderen an der Bernstrasse in Alchenflüh.

Eine Begegnungszone

Michael Nobs, Gesamtprojektleiter der BLS, blickte zuerst zurück auf die Geschichte des über 140-jährigen Bahnhofs Kirchberg-Alchenflüh. 1955 sei das erste Bahnhofsgebäude durch das heutige ersetzt worden, so Nobs. Nach über 60 Jahren soll das lachsfarbene Haus abgebrochen werden. Darin befinden sich die Verkaufsstelle der BLS sowie die Betriebsführung. Beides fällt danach weg. Erstere wird geschlossen, Letzteres wird künftig vom Fernsteuerzentrum in Spiez aus gemacht.

Weiter muss die BLS in Alchenflüh die Bahntechnik erneuern, das Stellwerk von 1965 ersetzen und die Gleisanlagen optimieren. Statt wie bisher elf brauche es nur noch vier Weichen, erklärte Nobs. Schliesslich will die BLS die Perrons auf 220 Meter verlängern sowie die Ein- und Ausstiegsverhältnisse am Bahnhof verbessern, weshalb sie die Bahnsteige erhöht. Dadurch werde das Behindertengleichstellungsgesetz umgesetzt.

Die BLS will das gesamte Areal rund um die Station neu gestalten und aufwerten. Dies mit einem modernen Bahnhof inklusive Unterführung sowie neuen Parkplätzen auf der Seite der Landi. Dort sollen gemäss dem Gesamtprojektleiter auch Abstellplätze für Elektrofahrzeuge geschaffen werden. Der Bahnhofplatz wird durch den Abbruch des alten Bahnhofsgebäudes ein ganz anderes Erscheinungsbild erhalten, aber auch durch eine Begegnungszone.

Öffentliche Toilette und Kiosk

Eine solche will die Gemeinde realisieren, wobei die Planung gemäss Gemeinderat Rolf Waldspurger (SVP) noch in den Kinderschuhen steckt. Es seien bisher die Wünsche des ansässigen Gewerbes aufgenommen worden, sagte er. Nun will der Rat auch Inputs der Bevölkerung einholen. Wichtig sei, dass die Sicherheit, die Verkehrsführung sowie die Parkplatzsituation sauber geklärt würden und Gewerbe und Bevölkerung einbezogen würden, so Waldspurger.

Die BLS plant zusammen mit der Gemeinde eine öffentliche Toilette und will auch einen Kiosk bauen. Sie besitzt zudem beim Bahnhof ein grösseres Areal, das sich in einer Zone mit Planungspflicht befindet. Dort soll ein Neubau mit Wohn- und Geschäftsmöglichkeiten entstehen. Allerdings ist noch nicht spruchreif, was sich dort ansiedeln könnte.

Baubeginn Mitte 2021

Schliesslich berichtete Michael Nobs über den Zeitplan und die Kosten des Projekts. Die öffentliche Auflage des Baugesuchs soll diesen Sommer erfolgen. Bis Ende 2020 hoffe die BLS auf die Genehmigung. Baubeginn wäre dann Mitte 2021. Bei einer Bauzeit von etwa eineinhalb Jahren rechnet das Bahnunternehmen im Sommer 2022 mit einer fünfwöchigen Intensivbauphase.

Dann müsse die Bahnstrecke gesperrt werden. Die Bauarbeiten würden zu Lärmimmissionen führen. Nobs sagte, man wolle vor allem tagsüber bauen, doch es müsse wohl auch mit 40 bis 50 Nächten mit Arbeiten gerechnet werden Er versprach, dass regelmässig über das Projekt informiert werde.

Die BLS wolle in die Zukunft und den Kundenkomfort investieren, warb Nobs dann um die Gunst der Anwesenden. Das ist der Firma etwa 25 Millionen Franken wert. In der Fragerunde zeigte sich, dass vor allem Ältere Mühe damit bekunden, dass die BLS nur noch an einem Automaten Billette verkaufen will.

Die Zahlen zeigten, dass Tickets heute vor allem digital gekauft würden, erklärte Beat Theiler, Leiter Beratung und Verkauf. Die BLS werde aber Kurse zur Bedienung der Billettautomaten anbieten. Auch telefonisch könnten Tickets gekauft werden. Nobs ergänzte: «Wir sind uns diesbezüglich unserer Verantwortung bewusst. Allerdings hat auch die Gesellschaft eine Verantwortung, dass ältere Menschen nicht abgehängt werden.»

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