Das Ende der maroden Brücke naht

Bätterkinden

Das Gesuch für den Neubau des Emmestegs liegt auf. Im Frühling 2020 soll er montiert werden. An den Kosten beteiligen sich auch Dritte, darunter sogar Solothurner Gemeinden.

<b>So könnte sich das Bild</b> beim Hornusserplatz in einem Jahr präsentieren. <i>Visualisierung: PD/Emch+Berger AG Bern</i>

So könnte sich das Bild beim Hornusserplatz in einem Jahr präsentieren. Visualisierung: PD/Emch+Berger AG Bern

Wenn in ungefähr einem Jahr der neue Emmesteg montiert wird, dürfte das ein grosses Spektakel werden. Die geplante Balkenbrücke aus Stahl wird nämlich aus drei Teilen zusammengesetzt.

Das etwa 50 Meter lange Hauptstück der Brücke wiegt fast 40 Tonnen. Die drei Elemente werden mit einem grossen Kran angehoben und platziert werden müssen. Diese Arbeiten werden auf der Bätterkinder Seite bei der Hornusserhütte ausgeführt.

Eine Sanierung verworfen

Noch ist es aber nicht so weit. Derzeit liegt das Gesuch für den Neubau auf der Gemeindeverwaltung öffentlich auf. Die Einsprachefrist läuft bis zum 20. Mai. Zuerst müsse jetzt diese Frist abgewartet werden, sagt Gemeinderat Rudolf Fischer (SVP), Ressortvorsteher Tiefbau.

Erst wenn beim Regierungsstatthalteramt keine Einsprachen eingegangen sind, hat die Gemeinde die Gewissheit, dass sie das Projekt umsetzen kann. Für die neue Brücke hat die Stimmbevölkerung im vergangenen November an der Urne einen Kredit von 1,3 Millionen Franken bewilligt.

Der Abstimmung waren einige Diskussionen vorausgegangen, denn die jetzige Holzbrücke ist erst zwölf Jahre alt – und doch schon marode. Da sie ungedeckt sei, habe ihr die Feuchtigkeit ziemlich zugesetzt, erklärt Fischer. Es sei geprüft worden, den Holzsteg zu sanieren und zu überdecken.

Doch die Kostendifferenz zwischen einer neuen Balkenbrücke aus Stahl sowie einer Sanierung und Überdachung sei minim. «Wir wollten nicht mehr weiter an der jetzigen Brücke herumbasteln mit dem Risiko, in ein paar Jahren wieder zu diskutieren, was wir machen wollen.»

Je nach Wetter wird der Holzsteg im Herbst oder Winter demontiert. Gleichzeitig werde auf dem Areal rund um den Hornusserplatz die neue Brücke vorgefertigt, sagt Fischer. Ein Provisorium ist in dieser Zeit aus Kostengründen nicht vorgesehen, womit die Emme dort für einige Wochen nicht mehr gequert werden könnte.

Die Pfeiler taugen noch

Die zwei Hauptstützen können gemäss Jean-Pascal Ammann stehen gelassen werden. Er ist Bauingenieur bei der Emch+Berger AG Bern und hat das Projekt im Auftrag der Gemeinde erarbeitet. Die beiden Pfeiler würden instand gesetzt und leicht erhöht, so Ammann.

Dies aufgrund von Hochwasserschutzmassnahmen, die auch die Erhöhung des ostseitigen Dammes um etwa einen Meter beinhalten. Zur Erinnerung: 2005 wurde der damalige Emmesteg durch ein Hochwasser stark beschädigt. Der Gemeinderat entschied daraufhin, die Brücke zu ersetzen. 2007 wurde der jetzige Steg errichtet.

Doch zurück in die Zukunft: Für die Montage des neuen Stegs werden gemäss Ammann vor Ort jeweils etwa zehn Meter lange Elemente zusammengeschweisst. Schliesslich werden das Hauptstück mit einer Spannweite von etwa 50 Metern sowie die beiden sogenannten Vorlandstege von je 30 Metern Länge angehoben, auf den Pfeilern platziert und verschweisst. «Am Schluss werden die drei Brückenabschnitte als Durchlaufträger wirken und visuell eine Einheit bilden», erklärt der Bauingenieur. 

Holzsteg bleibt offen

Die Kosten für die zwei Meter breite Fussgänger- und Fahrradbrücke sind mit 1,3 Millionen Franken veranschlagt, dürfte Bätterkinden letztlich aber weniger kosten. Gemäss Rudolf Fischer wird der Gemeinderat einerseits sehr darauf bedacht sein, dass es keine Kostenüberschreitung geben wird.

Andererseits haben einige Nachbardörfer sowie weitere Kreise Beiträge zugesichert. Sogar Solothurner Gemeinden hätten Gelder gesprochen, so Fischer. Gut ein Viertel der Kosten werde durch Dritte gedeckt.

In den jetzigen Holzsteg wird nur noch im Notfall investiert. Zwischenzeitlich wurde sogar eine Sperrung der Überführung befürchtet. Der Werkhof kontrolliere den Steg wöchentlich. Zudem prüfe ihn ein Holzfachmann alle zwei Monate, sagt Fischer. «Wir gehen davon aus, dass wir ihn bis zur Demontage offen lassen können.»

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