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Das Flickwerk soll verschwinden

Vor zwei Jahren wurde bekannt, dass Lidl auf dem ehemaligen Stämpfliareal in Langnau ein Einkaufszentrum bauen will. Dann blieb es still. Nun soll die alte Gewerbeliegenschaft abgerissen werden.

Die ehemalige Tuchfabrik Zürcher ist ein altes Gemäuer. Wenn sich auf dem Scheddach der Schnee häuft, besteht gar Einsturzgefahr.
Die ehemalige Tuchfabrik Zürcher ist ein altes Gemäuer. Wenn sich auf dem Scheddach der Schnee häuft, besteht gar Einsturzgefahr.
Thomas Peter

Es ist das Gebäude, das der Zürchermatte ihren Namen gab: die Liegenschaft der ehemaligen Tuchfabrik Zürcher. Bauunternehmer Hannes Stämpfli will das Gebäude gemäss einem Baugesuch im Anzeiger nun abreissen lassen. Sein Vater habe dieses 1972 als Abbruchobjekt gekauft, erzählte Stämpfli vor zwei Jahren.

Wohnhäuser gebaut

Auf dem Land, das zum Zürcherareal gehörte, ist in den letzten Jahrzehnten Wohnhaus um Wohnhaus entstanden. Die Gewerbeliegenschaft aber wurde nie abgerissen, sondern beherbergte jahrelang Werkhof und Büros der Bauunternehmung Stämpfli. Hier und dort wurden die Gebäude umgebaut oder erweitert.

«Es ist ein Flickwerk», sagte Hannes Stämpfli deshalb, als er vor vier Jahren den Auszug startete. Inzwischen ist seine Firma auf dem Zeughausareal zu Hause, wo sie ihre Betriebsabläufe in leeren Hallen der Armee ­optimieren konnte. Das «Flickwerk» steht nun also leer. Dass es nie mehr genutzt werden wird, steht fest.

«Wir haben geprüft, ob man etwas erhalten könnte», sagt Stämpfli. Aber das sei nicht möglich, schon allein deshalb, weil im Untergrund ein Parkhaus realisiert werden müsse. Denn es ist der Billigdiscounter Lidl, dem Hannes Stämpfli das Areal vor zwei Jahren verkaufte. Dieser will dort ein Einkaufszentrum bauen. Die Gemeinde schloss dann mit der Lidl Schweiz AG eine Planungsvereinbarung ab.

Angesichts der Grösse der geplanten Verkaufsfläche von über 500 Quadratmetern verlangte der Gemeinderat die Erarbeitung einer Überbauungsordnung. Diese wird dereinst vom Grossen Gemeinderat zu genehmigen sein, wobei gegen den Beschluss auch noch das fakultative Referendum ergriffen werden kann. Es dürfte also noch eine Weile dauern, bis die Bauarbeiten starten. Denn bis anhin wurde die Überbauungsordnung nicht publiziert.

Sie wird insbesondere von den Bewohnern der Zürchermatte mit Spannung erwartet. Sie muss nämlich auch aufzeigen, wie die Sicherheit für Fussgänger und Velofahrer im Bereich der Burgdorfstrasse trotz zusätzlichem Verkehr gewährleistet werden soll. Stämpfli geht davon aus, dass die Überbauungsordnung noch in diesem Jahr mit dem Gemeinderat besprochen wird.

«Einsturzgefährdet»

Doch lange bevor klar ist, was genau Lidl bauen will, sollen die leer stehenden Liegenschaften auf dem ehemaligen Stämpfliareal nun verschwinden. «Das uralte Gebäude funktioniert im Winter nur, wenn es beheizt wird und jemand das Dach vom Schnee befreit», erklärt Hannes Stämpfli.

«Das uralte Gebäude funktioniert im Winter nur, wenn es beheizt wird und jemand das Dach vom Schnee befreit.»

Hannes StämpfliBauunternehmer

Denn das Haus verfügt über ein Scheddach, auch Sägezahndach genannt. Wenn der Schnee zwischen den aneinandergereihten Dachaufbauten liegen bleibe, sei das ganze Gebäude einsturzgefährdet, gibt Stämpfli zu bedenken. Deshalb hofft er, schon bald mit dem Rückbau beginnen zu können.

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