Der Bären in der Gourmet-Bibel

Langnau

Zwei Jahre nach der Rettung gehört der Gasthof Bären bereits zu den Gourmetlokalen. Küchenchef Kevin Wüthrich ist vom Gastroführer «Gault Millau» mit 13 Punkten ausgezeichnet worden.

Küchenchef Kevin Wüthrich hat mit seinen Kochkünsten dafür gesorgt, dass der Bären in Langnau auch zu einem Gourmetlokal geworden ist.

Küchenchef Kevin Wüthrich hat mit seinen Kochkünsten dafür gesorgt, dass der Bären in Langnau auch zu einem Gourmetlokal geworden ist.

(Bild: Daniel Fuchs)

Urs Egli

Ein Strudel mit hauchdünnem Teig und Ratatouille-Feta-Füllung auf Zaziki-Sauce. Salate mit frischen Früchten und leichter französischer Sauce. Eine Pouletbrust mit Rosmarinrahm, Kräuterreis und Ratatouille. Und die Bären-Tätschli aus Rind- und Kalbfleisch haben es den Test­essern des Gourmetführers «Gault Millau» im Gasthof Bären in Langnau besonders angetan. Sie haben Küchenchef Kevin Wüthrichs Kochkünste jetzt mit 13 Punkten ausgezeichnet.

«Wir finden es cool, dass wir nicht mit 12 von 20 Punkten in den ‹Gault ­Millau›, sondern gleich mit den 13 Punkten aufgenommen wurden», erklärt der freudestrahlende Koch, der heute seinen 27. Geburtstag feiert.

Zwar fokussierten sie sich nicht auf die Benotung des Reiseführers für Gourmets, «doch ist es natürlich schön, wenn wir auch Gäste in diesem Segment ansprechen können», betont Wüthrich und ergänzt: «Das Wichtigste sind nicht die 13 Punkte, sondern dass alle Gäste mit unseren Leistungen zufrieden sind.»

«Frischer und wilder»

Ganz ohne Kritik kommt das Bären-Team im eben erschienenen «Gault Millau» 2017 jedoch nicht weg: «Der Gruss aus der Küche war eher lasch: Bei der Gelberbsenmousse mit feiner Konsistenz hörten wir den 2014 angekündigten Pfiff leider nicht.» Dazu sagt Kevin Wüthrich, der bei der Eröffnung des Bären vor zwei Jahren angekündigte Pfiff habe sich nicht primär auf die Schärfe der Speisen bezogen, «sondern auf neue Ideen in der Küche – frischer und wilder».

Traditionelle Gerichte würden kreativer gekocht. Zum Beispiel? Das mit Emmentaler Käse gefüllte Cordon bleu wird nicht flach, sondern gerollt, wie eine Zigarre, serviert, dazu Pommes allumettes und Herbstgemüse.

Selbst wenn der Küchenchef sagt, die Bewertung des «Gault Millau» sei für den Bären nicht zentral, so meint er doch: «Der 14. Punkt wäre natürlich noch schöner, sicher aber wollen wir die 13 Punkte behalten.» Wüthrich ist zuversichtlich, dass dies gelingen wird. Das Bären-Team werde den eingeschlagenen Weg konsequent weitergehen. Die Fokussierung auf regionale Produkte bleibe.

Der Begriff regional/saisonal sei zwar schon ziemlich abgenutzt, «doch für uns trifft dieser zu 100 Prozent zu, weil wir ihn leben.» Mit Erfolg: «Zwei Jahre nach der Neueröffnung läuft unser Betrieb sehr gut. Unsere Gäste kommen immer wieder, und wir haben eine gute Auslastung», freut sich Kevin Wüthrich.

Bewegte Geschichte

Mit der Auszeichnung durch «Gault Millau» kann die Geschichte des vor drei Jahren geretteten Gasthofs Bären auch auf kulinarischem Gebiet fortgeschrieben werden. Der Genossenschaft sowie der Bären Langnau GmbH und privaten Geldgebern war es im August 2013 gelungen, das älteste Gasthaus im Dorf für 1,5 Millionen Franken der Ölpool AG abzukaufen.

Ein gutes Jahr später, im September 2014, übernahmen dann Pächter Simon Adam und sein Team die Führung des geschichtsträch­tigen Bären.

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