Zum Hauptinhalt springen

Der Huskyzüchter muss reduzieren

Künftig dürfen auf der Huskyfarm im oberen Emmental ­keine Hunde mehr gezüchtet werden. Und der Besitzer muss den Bestand von einst 50 Tieren auf 19 senken. So der Entscheid des Verwaltungsgerichts.

Auf der verurteilten Farm konnten Huskys zu wenig beschäftigt werden (Symbolbild: Hans Wüthrich).
Auf der verurteilten Farm konnten Huskys zu wenig beschäftigt werden (Symbolbild: Hans Wüthrich).

Der Veterinärdienst des Kantons Bern hatte schon seit 2009 immer wieder ein Auge auf den Betrieb. Wiederholt wurde der Besitzer einer Huskyfarm im oberen Emmental ermahnt und ­aufgefordert, Mängel bei der Tierhaltung zu beheben. Zudem sei er von 2010 bis 2015 mehrfach wegen Verstössen gegen das Tierschutz- und das Tierseuchengesetz verurteilt worden, stellt das Verwaltungsgericht des Kantons Bern fest.

Auch dieses musste sich mit dem Züchter befassen, nachdem er eine Verfügung des Veterinärdienstes nicht akzeptiert hatte. Erst hatte sich der Mann bei der Volkswirtschaftsdirektion dagegen gewehrt, als er dort nicht recht bekam, zog er seine Beschwerde ans Verwaltungsgericht weiter. Erreicht hat der Züchter immerhin eine aufschiebende Wirkung der bereits im Dezember 2014 gegen ihn verfügten Massnahmen.

Der Veterinärdienst hatte angeordnet, der Bestand sei von damals über 50 Hunden auf 19 zu reduzieren. Zudem wurde ihm die weitere Zucht untersagt. Auch sollte er Trainingspläne einreichen und dokumentieren, wann welche Hunde wie viel Auslauf gehabt hätten.

Nicht bei über 15 Grad

Die Volkswirtschaftsdirektion hatte die Ansicht des Veterinärdienstes geteilt. Auch sie war der Meinung, als einzige für mehr als 50 Hunde verantwortliche Person sei der Züchter nicht in der Lage, für ausreichend Bewegung seiner Tiere zu sorgen. Dieser kritisierte aber unter anderem, es sei nicht berücksichtigt worden, dass Schlittenhunde nur bei Temperaturen unter 15 Grad auf Trainingsfahrten eingesetzt werden dürften, da sonst ein Hitzeschlag drohe.

Und Hunde, die gezielt zum Ziehen von Schlitten gezüchtet worden seien, liessen sich nicht an der Leine führen. Zudem bestritt er, die Hunde allein zu betreuen, er arbeite mit erfahrenen Huskyhaltern zusammen.

Zu wenig Personal

Vom Gericht bestellte Gutachterinnen hielten fest, dass für eine ausreichende Betreuung der damals 52 Hunde «mindestens drei zu 100 Prozent einsatzfähige Personen nötig wären». Die auf der Farm Tätigen könnten die Hunde nicht ausreichend beschäftigen. «Auch erachteten die Gutachterinnen die Zwinger und Auslaufanlagen auf der Huskyfarm mit Blick auf Hygiene und Sicherheit als ungenügend», hält das Verwaltungsgericht fest.

Wenn die Tiere zu jenem Zeitpunkt auch gesund und gut genährt waren, könne deren Wohlbefinden «ohne geeignetes Dispositiv für die Betreuung schnell gefährdet sein», steht im Urteil weiter. Das Gericht teilte auch die Sorgen der Gutachterinnen, die kritisieren, dass der Züchter «während des Trainings offenbar bis zu vier Hunde frei laufen lasse, was infolge Rudelbildung und wegen der Jagdfreudigkeit von Huskys Menschen und Tiere gefährden könne».

Dem Mann würden zwar «umfangreiche Kenntnisse über Schlittenhunde und ein guter Umgang mit seinen Tieren bescheinigt». Dennoch könne er seine Hunde nicht ausreichend betreuen, «insbesondere weil er ihnen nur ungenügend Bewegung verschafft». Auch mit Blick auf die zahlreichen gesetzlichen Verstösse kamen die Richter zum Schluss, «dass der Beschwerdeführer insgesamt unfähig ist, seinen Bestand von über 50 Hunden tierschutzkonform zu halten».

Sechs Monate Zeit

Falls der Züchter den Fall nicht ans Bundesgericht weiterziehen wird, muss er seinen Bestand nun also auf 19 Tiere reduzieren. Angesichts der guten körperlichen Verfassung der Tiere wäre es aber laut den Richtern nicht zulässig, diese einschläfern zu lassen. Dem Gericht ist bewusst, dass es nicht einfach sein dürfte, die Tiere umzuplatzieren. «Schwierigkeiten bei der Weggabe von Hunden» sei deshalb mit einer ausreichend langen Frist Rechnung zu tragen.

Sobald das Urteil rechtskräftig ist, bleiben dem Züchter sechs Monate Zeit, seinen Bestand herunterzufahren und die gewünschten Trainingspläne und Auslaufdokumentationen einzureichen.

Dieser Artikel wurde automatisch aus unserem alten Redaktionssystem auf unsere neue Website importiert. Falls Sie auf Darstellungsfehler stossen, bitten wir um Verständnis und einen Hinweis: community-feedback@tamedia.ch