Der Pächter verzögert den Pumpversuch

Aeschau

Der Wasserverbund Region Bern muss sein Baugesuch für den Pumpversuch im Ramseischachen neu publizieren. Die Profile für das Projekt waren zu wenig deutlich ausgesteckt.

Die Schwelle in der Emme bei Aeschau wurde noch nicht entfernt. Einsprachen verhindern das Vorhaben.

Die Schwelle in der Emme bei Aeschau wurde noch nicht entfernt. Einsprachen verhindern das Vorhaben.

(Bild: Thomas Peter)

Susanne Graf

Es will und will und will nicht klappen. Die Fische in der Emme warten schon lange darauf, dass endlich etwas passiert. Dass die Schwelle auf der Höhe der ehemaligen Sägerei Hiltbrunner entfernt wird und der Fluss fischgängig gemacht wird. Dafür würde die Wasserverbund Region Bern AG (WVRB) ja gerne sorgen, in ihrem eigenen Interesse. Denn sie versorgt die Stadtberner Bevölkerung mit Grundwasser aus dem Ramseischachen bei Aeschau.

Als sie ihre Konzession 2008 erneuern liess, knüpfte der Kanton die Bewilligung an die Auflage, zugunsten der Fische ein Zeichen zu setzen. Wäre es allein nach dem WVRB gegangen, wäre die Schwelle längst entfernt. Aber es kam die Schwellenkorporation Signau ins Spiel, die vorschlug, an der Emme nicht bloss einen punktuellen Eingriff zu machen, sondern gleich auf einem län­geren Abschnitt zwischen Signau und Emme Hochwasserschutzmassnahmen und Renaturierungen vorzunehmen. Im Februar dieses Jahres lag das Gesuch für das 2,3-Millionen-Franken-Projekt dann auf.

Kompliziertes Geschäft

Doch das Geschäft ist kompliziert. Es war ausgerechnet der WVRB, der Einsprache erhob. Nicht weil er gegen die geplanten Massnahmen etwas einzuwenden hätte. Aber weil unklar war, ob die Bauarbeiten in der Emme die Grundwasserfassung tangieren könnten. Wäre es allein nach dem WVRB gegangen, wäre diese Frage längst geklärt. Dann hätte er schon letzten Winter im betroffenen Gebiet einen Pumpversuch durchgeführt.

Dass es nicht vorwärtsgeht, verdanken Fische, Schwellenkorporation und Wasserverbund dem Pächter des Gutshofs Ramsei, der dem Wasserverbund gehört. Er wehrte sich auf zivilrechtlichem Weg gegen den Pumpversuch, das Obergericht entschied aber gegen ihn.

Einsprachen gegen Brunnen

Also publizierte der WVRB im September ein Baugesuch für die Erstellung von zwei Versuchsbrunnen. Sie werden einen Meter Durchmesser aufweisen und 45 Meter tief in den Boden ragen. Dazu sind drei Einsprachen eingegangen. Eine von einem weiter emmeabwärts liegenden Anstösser, der befürchte, die geplante temporäre Baupiste durch die Emme könne zu Überschwemmungen führen, erklärt WVRB-Geschäftsführer Bernhard Gyger.

Hinter den beiden anderen Einsprachen stehen einerseits erneut der Pächter und andererseits dessen Vater. Sie hätten unter anderem die vorgenommene Profilierung des Bauprojekts als ungenügend bemängelt, sagt Gyger. «Jetzt haben wir halt noch 84 Holzpflöcke eingeschlagen», fügt er hinzu. Doch damit ist es nicht getan: Das Gesuch wurde deshalb neu aufgelegt und wird laut dem Signauer Gemeindeschreiber Rudolf Wolf im Anzeiger von dieser und nächster Woche wieder publiziert.

Bernhard Gyger nimmts gelassen. «Irgendwann werden wir den Pumpversuch durchführen», ist er überzeugt. Der Pächter will sich mit Verweis auf das laufende Verfahren im Moment zu den Gründen seiner Einsprache nicht äussern.

Überschwemmungsgefahr?

Und was sagt die Schwellenkorporation Signau zur Befürchtung, dass die geplante Baupiste in der Emme zu Überschwemmungen führen könnte? Präsident Heinz Stettler teilt diese Angst nicht: Durch die Rohre, die im Bachbett verlegt werden sollen, werde das Wasser bei normalem Stand abfliessen.

Und ein sogenannter Sollbruch werde dafür sorgen, dass die Baupiste mitsamt dem aufgeschütteten Kies weggeschwemmt werde, sobald unerwartet viel Wasser kommt. Aber das soll vermieden werden. «Deshalb müssen die Arbeiten im Winter ausgeführt werden und nicht erst im Frühling, wenn die Schneeschmelze einsetzt und das Wasser in der Emme jeweils sehr schnell ansteigen kann», erklärt Stettler.

Berner Zeitung

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