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Der Schneemacher zieht ins Flachland

Daniel Rüegsegger zieht um nach Oberburg. Das hat gleich doppelt Folgen: Für den Gasthof Ros­egg muss ein neuer Wirt gesucht werden, und der Skilift Bumbach verliert seine Frau Holle.

Daniel Rüegsegger hat auf der Rosegg dafür gesorgt, dass die Wintersportler eine gute Piste vorfinden.
Daniel Rüegsegger hat auf der Rosegg dafür gesorgt, dass die Wintersportler eine gute Piste vorfinden.
Thomas Peter

Daniel Rüegsegger sitzt mit Gästen am Stammtisch. Thema Nummer eins ist derzeit Beat Feuz. Der Skirennfahrer und Bauernsohn ist nur einen Steinwurf oberhalb des Restaurants Rosegg in Schangnau aufgewachsen.

Rüegsegger, Wirt in ebendiesem Gasthof, mag die Gespräche mit den Gästen. Und weil das ­Restaurant direkt an der Piste der Skilifte Bumbach liegt, kehren auch Wintersportler ein. «Der Skilift», sagt Daniel Rüegsegger, liege ihm schon am Herzen. Nicht selten steht er im Winter mitten in der Nacht auf, um die Schneelanzen in Betrieb zu nehmen, damit am nächsten Tag die Wintersportler eine gute Piste vorfinden. Diese Arbeit habe ihm auch den Namen «Schneiimann» eingebracht, so Rüegsegger.

Die Suche läuft

Doch mit dem «Schneemachen» ist nach dieser Saison Schluss. Der gelernte Metzger und Koch wirtet noch bis zum 19. Mai im Gasthof Rosegg. Danach zieht er ins Flachland, genauer gesagt nach Oberburg. Dort übernimmt er Anfang Juni das Restaurant Steingrube. Wer in Zukunft die Gäste in der Rosegg bewirtet, ist noch offen. «Die Suche nach einem neuen Pächter läuft», sagt Liegenschaftsbesitzer Beat Glanzmann aus Wiggen.

Seit zwölf Jahren wirten Daniel und Irene Rüegsegger in der Ros­egg. «Meine Frau wollte schon seit längerem aufhören und hat sich bereits teilweise aus dem Betrieb zurückgezogen.» Doch gerade im Winter, wenn der Gasthof sieben Tage in der Woche geöffnet habe, brauche es beide, sagt Rüegsegger. Zudem räumt der 44-Jährige ein, dass die milden Winter der letzten Jahre sich auch auf die Einnahmen ausgewirkt hätten. «Wenn der Skilift nicht läuft, bleiben die Gäste aus.»

Seit einigen Monaten schon hielt Daniel Rüegsegger Ausschau nach einem Betrieb, den er allein mit Angestellten führen kann. «Und bei der Steingrube ist das möglich.» Aufmerksam gemacht auf den leer stehenden Gasthof wurde Rüegsegger durch den Buchautor Hans Schmidiger aus Oberburg. «Wir sind beide im Pilzverein Emmental, und er hat mich immer wieder darauf angesprochen.» Schliesslich obsiegte die Neugierde, und die Familie schaute sich das Restaurant an.

Eine eigene Küche

«Meiner Frau und mir hat die Steingrube sofort zugesagt», sagt Rüegsegger, der zuvor schon einige Liegenschaften besichtigte. Nicht zuletzt, weil die Wirte­wohnung über eine eigene Küche verfügt, was in der Rosegg nicht der Fall ist. Irene Rüegsegger wird nach wie vor die Buchhaltung erledigen, jedoch nun Vollzeit ausserhalb des Restaurants arbeiten. Und während die ältere Tochter bereits eine eigene Wohnung hat, zügelt die jüngere mit den Eltern und beginnt im Sommer eine Lehre als Fleischfachfrau.

Zurück auf die Piste

Die Steingrube wird jeweils am Dienstag und am Mittwoch geschlossen sein. «Wenn ich Lust habe, kann ich im Winter an diesen Tagen zum Skifahren in den Bumbach», sagt Daniel Rüegsegger. Und er ist sich sicher, dass er auch in Oberburg mit seinen Gästen am Stammtisch über den Skisport und Beat Feuz diskutieren kann.

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