Die Fehler der Vergangenheit vermeiden

Bätterkinden

Im Juni stimmen die Bürger über einen Pro­jektierungskredit für eine neue Turnhalle in Bätterkinden ab. Fast 1,3 Millionen Franken soll allein die Planung kosten.

Die Gemeinde Bätterkinden plant, die bestehende Turnhalle durch einen Neubau zu ersetzen.

Die Gemeinde Bätterkinden plant, die bestehende Turnhalle durch einen Neubau zu ersetzen.

(Bild: Thomas Peter)

Die nächsten Monate werden darüber entscheiden, ob in Bätterkinden in einigen Jahren eine neue Sporthalle stehen wird oder nicht. Am 10. Juni findet eine erste Urnenabstimmung statt. Die Bürger entscheiden über einen Projektierungskredit von fast 1,3 Millionen Franken. Mit diesem Geld soll dann die Planung einer neuen Halle detailliert vorangetrieben werden, sodass der Souverän später wieder an der Urne über einen Baukredit abstimmen kann.

Eine Begleitgruppe hat in den vergangenen Monaten verschiedene Lösungsvarianten für eine neue Sporthalle ausgearbeitet und das weitere Vorgehen fest­gelegt, wie Jürg Joss (SP) erklärt. Er ist Gemeinderat und zuständig für das Ressort Hochbau. Die Gruppe habe ein Pflichtenheft für den vorgesehenen Architekturwettbewerb erstellt, sagt er. Fällt die Abstimmung im Juni positiv aus, will die Gemeinde möglichst rasch diesen Wettbewerb lancieren. «Eine Obergrenze, wie viel eine neue Halle kosten darf, ist nicht festgelegt worden», sagt der Gemeinderat. «Wir wollen eine bedarfsgerechte Halle zu einem effizienten Preis.»

Mehr Fachpersonen involviert

Klar ist: Die Fehler der Vergangenheit dürfen nicht mehr passieren. Vor bald zehn Jahren wurde in Bätterkinden schon einmal über ein Turnhallenprojekt ab­gestimmt. 6,5 Millionen Franken bewilligten die Stimmbürger damals. Doch einerseits zeigte sich, dass dies nicht reichen würde und wohl eher 8,5 Millionen Franken nötig wären. Andererseits wurde auch die Planung immer teurer und teurer. Letztlich wurde das Projekt – auch auf Druck der Bürger – beerdigt.

Joss ist überzeugt, dass es dieses Mal anders kommt: Damals sei die Planung vor allem im Gemeinderat und in der Kommission gemacht worden. Dieses Mal seien spezialisierte Fachpersonen in­volviert, sagt er. Zudem seien auch Vertreter des Turnvereins und der Schule eingebunden worden. Und auch der Gemeinderat mit Ressort Finanzen ist Teil der eingesetzten Begleitgruppe.

1,3 Millionen Franken allein für die Planung: Joss ist sich bewusst, dass es ein hoher Betrag ist, der jetzt zur Debatte steht. «Doch da ist die ganze Planung inklusive des Architekturwett­bewerbs drin.» Auch die Tagesschule und die Gestaltung der gesamten Umgebung müsse detailliert angeschaut werden. Damit später der Bevölkerung ein sau­ber ausgearbeitetes Projekt vorgelegt werden könne, würden auch diverse Planer und Ingenieure involviert. Das müsse bei den Projektierungskosten berücksichtigt werden.

Inklusive Tagesschule

Zur Aussenraumgestaltung gehört im Übrigen auch die Frage, ob die bestehende alte Turnhalle abgebrochen oder umgenutzt wird. Ein Abbruch sei wahrscheinlich, doch wolle die Begleitgruppe die Umnutzung nicht ausschliessen, wenn ein Architekt gute Vorschläge dafür habe, erklärt Joss. Klar ist damit aber schon, dass die neue Sporthalle nicht am Standort der jetzigen entstehen soll, sondern auf der «grünen Wiese». Der Perimeter rund um das Schulareal sei festgelegt. Wo genau die Halle jedoch stehen soll, lässt die Begleit­gruppe offen. «Da können die Architekten variieren», sagt Joss.

Das Projekt wurde zwar hauptsächlich initiiert, weil Bätterkinden eine neue Sporthalle braucht. Doch laut Joss spielt auch die Tagesschule eine Rolle. Diese ist zurzeit im geschlossenen Gasthof Bären eingemietet. Das verursache Kosten, die später wegfallen würden, wenn die Tagesschule Teil der neuen Halle würde. «Deshalb macht es Sinn, sie in das Projekt zu integrieren», so Joss. Dieses Angebot kann zudem nicht im Schulhaus untergebracht werden, weil dort zu wenig Platz vorhanden wäre.

Eine Jury wird nach dem Ar­chitekturwettbewerb die Projekte bewerten und sich auf eines festlegen. Wann das sein wird und wie das Preisgericht zusammengesetzt wird, ist noch offen. Laut Joss ist das Ziel, die neue Sporthalle 2022 zu eröffnen.

Berner Zeitung

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