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Die Kleine vom Land will das Image des Bankers korrigieren

Wirtschaftlich hat die Bernerlandbank letztes Jahr auf den ersten Blick keine grossen Sprünge getan. Sie hat nicht bloss in die Digitalisierung, sondern vor allem auch in die Menschen investiert.

«Der Kunde wünscht den physischen Kontakt. Diese Dienstleistung können nur Menschen erbringen», sagt Bernerlandbank-Chef Peter Ritter.
«Der Kunde wünscht den physischen Kontakt. Diese Dienstleistung können nur Menschen erbringen», sagt Bernerlandbank-Chef Peter Ritter.
Thomas Peter/Archiv

Würde jemand behaupten, die Bernerlandbank habe ein langweiliges 2018 erlebt, hätte ihr Chef Peter Ritter Verständnis dafür. Denn die Zahlen des Geschäftsberichts lassen nicht eben auf ein bewegtes Jahr schliessen. Das Kundengeschäft blieb etwa gleich wie im Vorjahr, die Bank hat gut 1,3 Milliarde Franken ausgeliehen und verzeichnet weiterhin rund 1,2 Milliarde Franken Kundengelder.

Dass sich in diesem Bereich gegenüber dem Vorjahr nicht viel verändert habe, sei auch Ausdruck davon, dass die Bank kein Wachstum um jeden Preis anstrebe. Festhypotheken zu einem Prozent mit zehnjähriger Laufzeit seien für den Kunden zwar wunderbar, für die Bank aber stellten sie ein Risiko dar, gab Ritter vor den Medien zu bedenken.

Und nähme die Bank mehr Kundengelder an, stiege der Anteil, für den sie bei der Nationalbank Negativzinsen bezahlen müsste. Das schwierige Zinsumfeld führte denn auch dazu, dass der Geschäftsertrag um rund 8 Prozent abnahm. Gleichzeitig konnte die Bank allerdings dank tieferer Informatikkosten den Aufwand um 13 Prozent senken.

Es resultierte schliesslich ein Jahresgewinn von gut 4 Millionen Franken, was einem Rückgang gegenüber dem Vorjahr von 4 Prozent entspricht. Dabei habe das Eigenkapital gestärkt werden können. «Die Sicherheit für Anleger und Aktionäre nimmt zu», fasste Ritter zusammen. Wieder wird pro Aktie eine Dividende von 10.50 Franken ausbezahlt, sofern die Generalversammlung am 18. Mai dem entsprechenden Antrag zustimmen wird.

Die Aktionäre werden auch das Präsidium des Verwaltungsrats neu zu besetzen haben. Mark Hess tritt aus Altersgründen von diesem Amt zurück. Als Nachfolgerin steht Michèle Etienne aus Schüpfen bereit. Sie arbeitet seit 2006 im Verwaltungsrat mit. Neu in den Rat gewählt werden soll der gebürtige Berner Renato Stalder. Er bringe Spezialkenntnisse in der Digitalisierung mit, sagte Ritter.

Denn nach wie vor ist die Bank herausgefordert, neue Geschäftsmodelle zu entwickeln. Der Bankchef zeigte auf, wie stark die Bankgeschäfte an den Schaltern in den letzten Jahren abgenommen hatten. Von 2012 bis 2017 sanken die Transaktionen in Sumiswald um 15, in Hasle-Rüegsau um 22, in Lützelflüh um 28 und in Wasen gar um 37 Prozent. E-Banking und Kartenzahlungen nehmen weiter – wenn auch nicht mehr stark – zu.

Immer mehr Beratungen

Doch nebst den digitalen gebe es auch analoge Kundenbedürfnisse, sagte Ritter und belegte diese Aussage mit einer Grafik: Seit 2011 hätten die persönlichen Beratergespräche in der Bank oder beim Kunden zu Hause um 55 Prozent zugenommen. «Der Kunde wünscht den physischen Kontakt», stellte der Bankchef fest.

Er lasse sich in Sachen Altersvorsorge, Anlagegestaltung und Immobilienfinanzierung beraten. «Diese Dienstleistung können nur Menschen erbringen», sagte Ritter. Deshalb habe die Bank letztes Jahr gezielt in die Weiterbildung der Mitarbeitenden investiert und neue Ausbildungs- und Entwicklungsprogramme eingeführt.

Es sei zwar nicht so, dass die Bernerlandbank an einem Fachkräftemangel leiden würde. Aber dass das Image des Bankkundenberaters gelitten habe, spüre man auch in Sumiswald. Dem will die Bernerlandbank entgegenwirken, indem sie an einem neuen Bild des Bankers arbeitet.

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