«Die Schüler wollen gefordert werden»

Burgdorf

Die neue Theaterproduktion am Gymnasium feiert am Donnerstag Premiere. Eine Derniere sind die Aufführungen für Nataraj von Allmen – nach 18 Jahren leitet er das Ensemble zum letzten Mal.

Noch gilt es nicht ernst: Die jungen Schauspieler proben das Stück «Reich und schön».

Noch gilt es nicht ernst: Die jungen Schauspieler proben das Stück «Reich und schön».

(Bild: Beat Mathys)

Noch sind sie am Proben, die fünf Frauen und vier Männer von der Theatergruppe am Gymnasium Burgdorf. «Reich und schön» heisst die neue Theaterproduktion, welche am Donnerstag Premiere feiern wird. Angelehnt an die gleichnamige Ballade von Erich Kästner seien Bilder, Szenen und Melodien zu unterschiedlichsten Themen des Lebens entstanden, erläutert der Regisseur Nataraj von Allmen.

Das ewig Gleiche und Wiederkehrende wird in der Form eines sprechenden und singenden Leierkastenmannes an seiner Drehorgel dargestellt. Es ist ein Stück in Balladenform, gesungen nach der Musik von Mackie Messer aus Bertolt Brechts Dreigroschenoper.

Mehr Zeit fürs eigene Spiel

«Reich und schön» ist Nataraj von Allmens achtzehnte und gleichzeitig letzte Produktion am Gymnasium Burgdorf. Der 66-jährige Lehrer für Bildnerisches Gestalten und Leiter der Theatergruppe möchte künftig wieder mehr Zeit haben für das Malen und das eigene Theaterspiel. Interessiert ist er auch an generationen-und städteübergreifenden Theaterprojekten. Beispielsweise zwischen Burgdorf und Thun.

Nataraj von Allmen (Bild: Beat Mathys)

Der in Hünibach wohnhafte Gymnasiallehrer engagierte sich zusammen mit der Burgdorferin Therese Sauser seit den Anfängen für die Theatergruppe (TAG). Auch wenn bereits zuvor am Gymnasium Theater gespielt wurde. «Ich habe immer für mehr Theaterlektionen gekämpft», erinnert sich der ausgebildete Theaterpädagoge.

Nachdem TAG 2002 gegründet worden war, ist das Burgdorfer Gymnasium gleich ein Jahr später dem schweizweit tätigen Verein beigetreten. Dieser fördert das Schultheater an schweizerischen Gymnasien und anderen Mittelschulen.

Rückblickend erinnert sich von Allmen an viele interessante und bereichernde Momente mit seinen Gymelern. In den Produktionen hätten jeweils drei bis fünfundzwanzig Darstellerinnen und Darsteller dreier unterschiedlicher Jahrgänge mitgemacht.

Schwierige Rekrutierung

Da die Schauspielerei stets freiwillig war, sei das Rekrutieren der Darsteller, vor allem bei den Jungs, nicht immer einfach gewesen. Gespielt wurde in unterschiedlichen Lokalitäten, da dem Gymnasium Burgdorf kein ausreichend grosser Raum zur Verfügung stand.

«An einige Produktionen erinnere ich mich besonders gerne. Etwa an die Nibelungen.»Nataraj von Allmen

An einige Produktionen erinnert sich von Allmen besonders gerne. Etwa an die «Nibelungen» und an William Goldings «Herr der Fliegen», die in einer Fabrikhalle aufgeführt wurde. Oder an «Bernarda Albas Haus» von Federico García Lorca im Museum Franz Gertsch.

Auch Stücke mit eigenen Texten der Schülerinnen und Schüler wie etwa «Lebensfäden» seien verwirklicht worden, erinnert er sich . Mitunter wurde sogar das Bühnenbild von den Darstellern selber gefertigt. Im Zentrum seines Wirkens stand immer der Anspruch auf Professionalität.

«Die Schüler wollen gefordert werden», ist von Allmen überzeugt. Der Funke sollte auf das Publikum überspringen, dann werde nicht mehr nur gespielt, sondern die Rolle gleichsam gelebt. Was er in all den Jahren gelernt habe, sei, dass man weggekommen sei von den anfänglich schweren, unhandlichen Bühnenbildern zugunsten von kürzeren Umbaupausen.

Wer seine Aufgabe künftig übernehmen wird, ist noch offen. Eine Person sei zwar im Gespräch. Allerdings sei noch nichts spruchreif, sagt Nataraj von Allmen. Sein grosser Wunsch ist, dass das aktuelle Niveau gehalten werden kann.

Berner Zeitung

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