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Die SP setzt auf den «roten Hund»

Mit 20 zu 14 Stimmen haben sich die Genossinnen und Genossen klar entschieden: Sie schicken Niklaus Müller ins Rennen um das Langnauer Gemeindepräsidium.

Niklaus Müller zieht in den Kampf ums Gemeindepräsidium. Renate Strahm hat die Nomination verpasst.
Niklaus Müller zieht in den Kampf ums Gemeindepräsidium. Renate Strahm hat die Nomination verpasst.
Daniel Fuchs

Renate Strahm hätte zwar eine langjährige Exekutiverfahrung mit sich gebracht. Aber der Langnauer Gemeinderätin trauten die Mitglieder der SP Langnau offenbar nicht zu, das Gemeindepräsidium nach 24 Jahren mit Bernhard Antener an der Spitze in den eigenen Reihen zu behalten. Am Donnerstagabend schickten sie mit 20 zu 14 Stimmen Niklaus Müller ins Rennen. Somit muss sich SVP-Kandidat Walter Sutter auf harte Verbalattacken gefasst machen. Denn mit Müller haben die Genossinnen und Genossen einen Mann nominiert, der Wortgefechte liebt.

Lange habe er die Meinung vertreten, die SP müsse sich nach der Ära Antener nicht mit der Nachfolge befassen. «Es war nämlich nicht immer einfach, als Minderheitenpartei zu politisieren, wenn der Präsident aus den eigenen Reihen kommt.» Aber dann hat er es sich anders überlegt und sich gar selber für eine Kandidatur zur Verfügung gestellt. «Viele halten mich für einen roten Hund», sagte er, als er sich an der Hauptversammlung seiner Partei präsentierte.

«Und das bin ich auch», fügte er hinzu. Aber er habe auch bürgerliche Züge, denn er engagiere sich für den Staat und das Gemeinwohl. Besonders am Herzen liegen ihm etwa die Integration und in Langnau insbesondere die Einführung von Schulsozialarbeit. Weiter erwähnte er das verdichtete Bauen mit Rücksicht auf das Ortsbild und etwa Begegnungszonen in den Quartieren oder eine Passerelle über der Kantonsstrasse auf der Höhe des ehemaligen Stämpfli-Areals.

«Vollgas einsetzen»

Nach der Nomination sagte Müller: «Es drückt auf den Schultern. Ich freue mich, aber ich habe auch Respekt.»

Wahlkampfleiter Christian Oswald schwor die Partei auf einen beherzten Wahlkampf ein. Oft höre er, «verschiedene Mitglieder fänden, wir hätten ohnehin keine Chance, oder es sei an der Zeit, dass die SVP wieder das Ruder übernehme». Doch zu viel stehe auf dem Spiel.

Oswald zählte etwa den sorgfältigen Umgang mit der Bausubstanz, die Midnight-Games oder den Hauslieferdienst auf. «Wir können es uns nicht leisten, das Amt kampflos bürgerlichen Parteien zu überlassen.» Sowohl in der Exekutive, dem Parlament als auch in den Kommissionen sei die linke Politik in Langnau in der Minderheit. «Wir sind dort schon heute in der Opposition und müssen uns mit Vollgas einsetzen.»

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