Die Steingrube ist gerettet

Oberburg

Mit einer Aktiengesellschaft will das Dorf den Untergang seiner Beiz verhindern. Es sind bereits genug Teilhaber mit an Bord.

Das Restaurant Steingrube gehört schon bald den Aktionären.

Das Restaurant Steingrube gehört schon bald den Aktionären.

(Bild: Marcel Bieri)

Jetzt ist es offiziell: Der Kauf des Restaurants Steingrube scheint gesichert. «Wir haben genug Kapital beisammen», sagt Urs Krähenbühl, Gründer des Initiativkomitees, das sich der Rettung der Oberburger Dorfbeiz verschrieben hat.

Und die Rettungsaktion gelang innert kürzester Zeit. Erst Anfang Juni lud das Komitee zum Informationsanlass. Weil Wirtin Therese Krebs in den Ruhestand trat und ihr Sohn Bruno das Restaurant verkaufen wollte, musste gehandelt werden. Denn man wollte nicht riskieren, dass ei­nes der letzten Restaurants der ­Gemeinde die Tore endgültig schliessen würde.

So wollte das Initiativkomitee eine Aktiengesellschaft gründen. Oberburger und weitere Sympathisanten sollten das Restaurant gemeinsam kaufen. Wer Aktionär werden will, kann seither eine Absichtserklärung unterzeichnen. Später werden dann die eingereichten Papiere in solche mit Wert umgewandelt: 1000 Franken kostet eine normale Aktie, für 500 Franken können Kinder und Jugendliche das Wertpapier kaufen. 650'000 Franken sollten so zusammenkommen.

Mehr als eine halbe Million

Dieses Ziel scheint beinahe erreicht. 390 Aktionäre sind es mittlerweile. Und einige haben gleich mehrere Aktien gekauft. Der grösste Einzelaktionär will 20'000 Franken einzahlen, wie der Website des Initiativkomitees zu entnehmen ist. Auch Firmen zählen zu den Käufern: 37'000 Franken stammen von Unternehmungen.

So seien inzwischen mehr als 500'000 Franken zusammengekommen, sagt Krähenbühl. Die Investition in die Steingrube wäre also mit ­genügend Eigenkapital gedeckt, meint der Initiant. Und Banken hätten bereits das nötige Fremdkapital zugesichert.

Hoffnung ruht auf Vereinen

Bis Ende September können weitere Absichtserklärungen eingereicht werden. Zwar sei die Finanzierung knapp gewährleistet, doch brauche es etwas Reserve, um die Fassade zu streichen oder die Küche zu sanieren, so Krähenbühl. Und die Chancen stehen gut, dass einige Aktionäre ­dazukommen. Denn die Hauptversammlungen des Turnvereins und des Schützenvereins stehen noch aus. Dass sich die Vereine finanziell an der Steingrube beteiligen werden, ist wahrscheinlich. Schliesslich halten sie dort ihre Treffen ab.

Nebst der Suche nach Aktionären scheint auch jene nach Pächtern von Erfolg gekrönt. Wer die neuen Beizer sind, darum macht Krähenbühl aber noch ein grosses Geheimnis. Häppchenweise lässt er sich Einzelheiten entlocken. Es fallen Stichworte wie: ein junges Paar, viel Branchenerfahrung und aus der Region. Bislang hätten sie aber kein eigenes Restaurant geführt. Wichtig sei einfach, dass die Steingrube eine Beiz für die breite Masse bleibe. «Wir wollen keinen Gourmettempel.» Bereits Anfang 2018 soll das Restaurant seine Tore wieder öffnen.

Berner Zeitung

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