Die Unterwintersei soll zur Arbeitszone werden

Rüegsau

Die Gemeinde überarbeitet ihre Ortsplanung. Am meisten zu reden geben die Schulwege der Kinder.

Die Gemeinde schafft zwei neue Zonen mit Planungspflicht – eine in der Unterwintersei, eine bei der Blaser Swisslube.

Die Gemeinde schafft zwei neue Zonen mit Planungspflicht – eine in der Unterwintersei, eine bei der Blaser Swisslube.

(Bild: Thomas Peter)

Vieles hat sich seit der letzten Revision geändert. DasSchweizer Stimmvolk hat 2013 ein neues Raumplanungsgesetz beschlossen, weswegen nun auch die Gemeinde Rüegsau über die Bücher muss. Mithilfe der Firma Ecoptima haben Gemeindevertreter und die Bürgerschaft eine neue Ortsplanung entworfen. Am Mittwochabend wurde sie den Interessierten präsentiert. Rund dreissig Personen fanden den Weg in die Aula des Primarschulhauses.

Verdichtet bauen

Geändert hätten sich vor allem die Vorgaben von Bund und Kanton, erklärte Thomas Federli von der Ecoptima den Anwesenden. So spreche man heute von Gewässerräumen statt von Gewässerabständen, man müsse verdichtet bauen, und die Mindestabstände zum Landwirtschaftsland seien grösser geworden. Wichtig ist vor allem Letzteres: das verdichtete Bauen.

«Wenn die Gemeinde im Rüegsauschachen neues Land einzonen würde, könnte dort aufgrund der minimalen Dichte kein Einfamilienhaus mehr gebaut werden.»Planer Thomas Federli

Die bereits bestehenden Bauzonen sollen also besser genutzt werden. Oder wie es Planer Federli ausdrückt: «Wenn die Gemeinde im Rüegsauschachen neues Land einzonen würde, könnte dort aufgrund der minimalen Dichte kein Einfamilienhaus mehr gebaut werden.» So soll in Rüegsau auch kein nennenswertes Land eingezont werden, sondern um- und aufgezont. Bei Ersterem wird bereits eingezontes Land in eine andere Zone umgewandelt, bei Letzterem wird auf Mehrlängen- und Mehrbreitenzuschläge verzichtet.

Die grössten Veränderungen soll es in der Unterwintersei geben: Geplant ist, das gesamte Areal in eine Arbeitszone umzuwandeln. Das rief auch einen Fragesteller auf den Plan. Er befürchtete sehr viel mehr Verkehr auf der Strasse, die für viele Kinder der Schulweg ist. Federli beschwichtigte: «Das Land gehört der Gemeinde, diese wird sich darum kümmern, dass nicht irgendwer das Land bebaut – zum Beispiel eine Spedition.» Gemeindepräsident Andreas Hängärtner ergänzte: «Wir sind uns bewusst, dass dort viele Kinder unterwegs sind, und suchen gemeinsam mit der Gemeinde Hasle eine Lösung.»

«Wir sind uns bewusst, dass dort viele Kinder unterwegs sind, und suchen gemeinsam mit der Gemeinde Hasle eine Lösung.»Gemeindepräsident Andreas Hängärtner

Gefahrenkarte kommt noch

Die Unterwintersei wird damit zur Zone mit Planungspflicht (ZPP). Ebenfalls eine ZPP wird das Areal der Blaser Swisslube. Diese darf neu zum Beispiel im Zentrum des Geländes bis zu dreissig Meter in die Höhe bauen. Sprich: Der aktuelle Büroturm ragt über die momentane Bauzone hinaus, wäre aber nach Einführung der ZPP nicht mehr zu hoch.

Noch folgen wird die überarbeitete Gefahrenkarte. «Etwa in einem Jahr», wie Bauverwalterin Claudia Bärtschi sagt. Jetzt läuft bis Mitte September die Mitwirkung an der neuen Ortsplanung. Nach der kantonalen Prüfung ist die öffentliche Auflage für kommenden Juni geplant. Der Beschluss der Gemeindeversammlung soll im Dezember 2020 fallen.

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