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Ein Labyrinth auf dem Kirchenhoger

Die Kirchgemeinde Kirchberg will zwischen Kirche und Friedhof einen Irrgarten erstellen. Er soll Spiritualität vermitteln und das Friedhofsareal aufwerten. Entworfen wurde er von der Gartenbauschule Oeschberg.

Tobias Granwehr
Etwa 16 Meter Durchmesser: Friedhofsgärtner Mathias Büschi (vorne) und Sigrist Paul Hulliger markieren die Labyrinthgrenze.
Etwa 16 Meter Durchmesser: Friedhofsgärtner Mathias Büschi (vorne) und Sigrist Paul Hulliger markieren die Labyrinthgrenze.
Thomas Peter

«Labyrinthe gehören zu den ältesten spirituellen Symbolen der Menschheit und haben auch eine christliche Tradition», erklärt Ursula Heuberger. Sie ist im Kirchgemeinderat Kirchberg zuständig für das Ressort Bau. Die Kirchgemeinde plant, auf dem «Chilchhoger» ein Bodenlabyrinth zu erstellen. Sie orientiert sich dabei laut Heuberger unter anderem am Labyrinth in der Kathedrale von Chartre in Frankreich. Dort ist ein solches Symbol in den Fussboden der Kathedrale eingearbeitet.

Idee des Katecheten

In Kirchberg ist der Irrgarten draussen geplant und soll zwischen Kirche und Friedhof mit Staudenrabatten aus Lavendel und Islandmohn gestaltet werden. Der ­Boden ist aus einer Kies­chaussierung vorgesehen. Das geht aus dem Baugesuch hervor, das derzeit bei der Gemeindeverwaltung öffentlich aufliegt.

Die Idee, in Kirchberg ein ­Labyrinth zu erstellen, stamme vom Katecheten der Kirchgemeinde, sagt Heuberger. Es sei dann eine Arbeitsgruppe gebildet worden, die sich des Vorhabens angenommen habe. Das nun vorgesehene Labyrinth Capitulare de villis wurde im Vorfeld aus einem Ideenwettbewerb der Technikerschule der Gartenbauschule Oeschberg ausgewählt. Sowohl der Kirchgemeinderat wie auch die Kirchgemeindeversammlung haben dem Projekt zugestimmt und dafür einen Verpflichtungskredit über 60'000 Franken bewilligt.

«Unser Ziel ist es, Spiritualität sinnlich zu vermitteln», erklärt Heuberger. Es solle ein Ort der Ruhe und für Meditationen sein. Das Friedhofsareal sei auch ein Begegnungsort. «Mit dem Labyrinth wollen wir ihn aufwerten und etwas für die Allgemeinheit tun.» Sie weist zudem darauf hin, dass der Irrgarten auf Boden des Gemeindeverbandes Kirchberg erstellt und dafür ein Pachtvertrag abgeschlossen werde.

Die Kirchgemeinderätin betont, das Labyrinth sei nicht als Spielplatz gedacht. Das bedeute keineswegs, dass Kinder nicht willkommen seien. «Aber es wird kein unterhaltender Irrgarten, sondern ein begehbares Boden­labyrinth.»

Hindelbank hat es bereits

Kirchberg ist nicht die erste Kirchgemeinde der Schweiz, die ein Labyrinth plant. Es sind durchaus Orte bekannt, wo dieses Symbol bereits Verwendung findet. In Hindelbank besteht zum Beispiel auf dem Friedhof ein frei zugängliches Labyrinth mit einer grossen Sonnenuhr. Das Symbol ist zudem auch im Garten der Kartause Ittingen im Kanton Thurgau oder in Thalwil zu finden. Dort hat die reformierte Kirchgemeinde ein Pflanzenlabyrinth erstellt.

Heuberger hofft, möglichst bald die Baubewilligung zu er­halten. «Es wäre wegen der Bepflanzung ideal, wenn wir das Labyrinth im Frühling erstellen könnten.»

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