Eine Baupiste führt durch das Bett der Emme

Aeschau

Nun hat der Wasserverbund Region Bern endlich das nötige Gesuch für den Pumpversuch publiziert. Darauf wartet man in Signau und Eggiwil schon lange. Der Bauplatz wird ­speziell erschlossen.

In Aeschau wird eine vier Meter breite Baupiste zum Emmeufer (rechts hinter den Bäumen) führen.

In Aeschau wird eine vier Meter breite Baupiste zum Emmeufer (rechts hinter den Bäumen) führen.

(Bild: Google Street View)

Susanne Graf

Für 2,3 Millionen Franken wollen die Schwellengemeinden Signau und Eggiwil an der Emme bauen. Geplant sind sowohl Hochwasserschutzmassnahmen als auch Revitalisierungen. Publiziert haben sie das Baugesuch bereits im Februar. Doch passieren wird nichts. Nicht, solange der Wasserverbund Region Bern (WVRB) seinen seit langem geplanten Pumpversuch im Gebiet Aeschau nicht hat durchführen können.

Denn die AG, welche die Stadtberner mit Trinkwasser aus Aeschau versorgt, will einen neuen Brunnen bauen. Jetzt muss sie aber erst den Beweis erbringen, dass auch am neuen Standort kein Wasser von der Emme ins Grundwasser läuft. Sie muss also eine neue Schutzzone definieren. Ehe diese feststeht, dürfen die Schwellengemeinden an der Emme keine Bauarbeiten ausführen.

Pächter hatte das Nachsehen

Ginge es nach dem WVRB, lägen die Resultate des Pumpversuchs längstens vor. Aber ihr Pächter, der das Land über dem Aeschauer Grundwassersee bewirtschaftet, wehrte sich gegen das Vorhaben. Es kam zu einer juristischen Auseinandersetzung, die vor Ober­gericht endete.

Das Gericht gab dem Verbund grünes Licht, wie Geschäftsführer Bernhard Gyger auf Anfrage sagt. Deshalb liegt nun auf der Signauer Gemeindeverwaltung das Baugesuch für zwei Versuchsbrunnen auf. Sie sollen einen Durchmesser von einem Meter aufweisen und rund 45 Meter tief werden.

Um diese Brunnen bauen zu können, müssen Bohrgeräte und Baumaschinen zum Standort gebracht werden. Über die alte Holzbrücke in Aeschau, die nur drei Tonnen trägt, ist die Zufahrt nicht möglich.

Deshalb will der WVRB den Bauplatz durch die Emme erschliessen und dafür im Bachbett einen Damm mit Kies aufschütten. Eingelegte Röhren sollen den Abfluss des Wassers sicherstellen. Dass die Arbeiten im Winterhalbjahr und nicht in der hochwassergefährlichen Zeit geplant sind, versteht sich von selbst.

Ein Brunnen bleibt

Die Emmequerung soll im Bereich Bubenei, kurz vor der Sägerei Wüthrich, realisiert werden. Von der Kantonsstrasse wird eine 4 Meter breite Baupiste zum Emmeufer führen. Sowohl die Piste als auch der Damm werden nach dem Versuch wieder abgebaut. Ebenso einer der Brunnen. Der zweite werde voraussichtlich stehen bleiben, kann man in den ­Akten nachlesen.

Mit diesem könnte später bei Niederwassersituationen Grundwasser in die Emme gefördert werden, schreibt der Verbund und macht klar: «Dies sind erst Konzeptideen, welche nach Vorliegen der hydrogeologischen Abklärungen noch im Detail geprüft werden müssen.» Dies würde im Rahmen eines Konzessionsverfahrens geschehen.

Für den Pumpversuch rechnet der Wasserverbund mit Investitionen von rund einer halben Million Franken.

Berner Zeitung

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