Zum Hauptinhalt springen

Eine Halle für alles Mögliche

Im Sommer 2015 brannte die Schreinerei Bieri an der Luegstrasse. Erst jetzt liegt das Baugesuch für den Wiederaufbau vor. Der Grund für die Verzögerung: Der Eigentümer hatte mit den Ämtern zu kämpfen. Jetzt will er eine leere Halle bauen.

Nach dem Brand 2015 blieb von der Schreinerei nur noch Schutt und Asche übrig. Endlich soll an gleicher Stelle eine Halle entstehen.
Nach dem Brand 2015 blieb von der Schreinerei nur noch Schutt und Asche übrig. Endlich soll an gleicher Stelle eine Halle entstehen.
Marcel Bieri

Den 13. Juli 2015 wird Hans Ulrich Marti nie mehr vergessen. Damals brannte seine Schreinerei an der Luegstrasse in Affoltern nieder, jene Räumlichkeiten also, in denen er jahrzehntelang gearbeitet hatte. Die Brandursache war ein technischer Defekt an der Hausinstallation im Dachstock. Übrig geblieben waren nur Schutt und Asche und ein Schaden von rund zwei Millionen Franken an Einrichtung, Maschinen – Betriebsausfall inklusive.

Letzteres betraf Hans Ulrich Marti jedoch nicht direkt – nicht mehr. Denn er war damals schon pensioniert. Das Ehepaar Stefan und Nadia Bieri hatte wenige Monate zuvor die Räumlichkeiten übernommen und darin ihre gleichnamige Schreinerei eröffnet. Etwa ein Jahr nach dem Brand hat das Ehepaar dann im Gewerbepark in Dürrenroth für ihren Betrieb ein neues Zuhause eingerichtet.

Wohnungen sollten es sein

Fast zwei Jahre ist es nun her, dass es die Schreinerei in Affoltern nicht mehr gibt. Seither war mehr oder weniger Funkstille. Jetzt tut sich aber wieder was. Im Anzeiger findet sich ein Baugesuch: «Wiederaufbau Halle, zur Lagerung von Material und Fahrzeugen, nach Brand», steht da.

Es hat Gründe, warum es so lange gedauert hat. Wenn sie auch nicht so konkret zu erörtern sind. Hans Ulrich Marti sagt es auf Anfrage so: «Ich hatte die letzten zwei Jahre mit den Behörden und den Ämtern zu tun.» Was er damit anspricht, ist sein Vor­haben, an der Luegstrasse Wohnungen zu realisieren.

Es blieb beim Versuch. Einer der Gründe: Das Gebäude liegt in der Landwirtschaftszone. Welche anderen Konflikte Marti mit den Ämtern hinter sich hat, will er nicht weiter ausführen. Klar ist nur, dass er eine andere Lösung suchen musste und nun eine gefunden hat. Eine Schreinerei aber soll es nicht mehr werden. «Wieso sollte ich eine Schreinerei aufbauen? Ich bin pensioniert», sagt er.

Garage oder Werkstatt

So ganz ausschliessen will er aber eigentlich nichts. Er hat nämlich vor, eine leere Halle zu bauen und dabei offenzulassen, wofür diese einst genutzt werden soll. Konkret ist nur, dass es über zwei Geschosse rund 600 Quadratmeter Platz haben wird für eine Werkstatt etwa, vielleicht für eine Garage oder einen Unterstand für Wohnwagen, sinniert Marti.

Vieles ist also noch in der Schwebe. Sicher ist, dass der Bau aus Holz und sehr gut isoliert sein wird, wie der Bauherr betont. «Und dann, wenn es eine Garage oder doch eine Schreinerei geben soll, schauen wir, was man noch alles machen muss, ganz nach den Vorschriften der Gebäudeversicherung.»

Das sind also die Pläne. Sie sollen so rasch wie möglich umgesetzt werden. Denn jetzt, nach dem Hin und Her mit den Behörden, hat es Marti eilig. Die Einsprachefrist zum Baugesuch läuft bis zum 10. April. Wenn niemand etwas dagegen hat, soll die neue Halle dann innert einem halben Jahr stehen. Damit das auch in so kurzer Zeit möglich ist, setzt er auf Elementbau, damit er alle Teile vorfabrizieren lassen kann.

Bieri gefällt es in Dürrenroth

Ob sich dann auch so schnell neue Mieter finden lassen, steht auf ei­nem anderen Blatt. Das Ehepaar Bieri jedenfalls wird es nicht sein. Ein Anruf in Dürrenroth zeigt, den beiden gefällt es im Gewerbepark. «Am Anfang war das schon nur provisorisch», sagt Stefan Bieri. «Aber nach einem halben Jahr war für uns klar: Jetzt zügeln wir nicht mehr.» Er sagt aber auch, dass, wäre es in Affoltern früher vorwärtsgegangen, eine Rückkehr an den alten Standort durchaus eine Option gewesen wäre.

Dieser Artikel wurde automatisch aus unserem alten Redaktionssystem auf unsere neue Website importiert. Falls Sie auf Darstellungsfehler stossen, bitten wir um Verständnis und einen Hinweis: community-feedback@tamedia.ch