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Emmentaler zimmerte am Münster mit

Der passionierte Hobbygeschichtsforscher Hans Riedwyl hat auf dem Münsterturm Spuren emmentalischen Schaffens entdeckt.

Auf dem Münsterturm ist auch die Skulptur eines Röthenbachers zu sehen. Sie erinnert an Friedrich Strahm.
Auf dem Münsterturm ist auch die Skulptur eines Röthenbachers zu sehen. Sie erinnert an Friedrich Strahm.
PD

Ursprünglich war das Berner Münster eine katholische Kirche. Erst mit der Reformation 1528 wurde es evanglisch. Sein Bau hatte etwa 200 Jahre gedauert. Die Höhe des Turms gab einst viel zu reden.

Geplant war einer in neugotischem Stil mit einer Höhe von 100 Metern. 1521 wurde der Bau aber auf der Höhe des unteren Achtecks bei knapp 61 Höhenmetern unterbrochen und erst von 1889 bis 1893 zur endgültigen Höhe von gut 100 Metern vollendet. Das machte ihn dann zum höchsten Kirchturm der Schweiz.

Bevor der Münsterturm vollendet wurde, war im eigens dafür gegründeten Verein eine Diskussion über die Materialwahl losgegangen. Einige wollten nach dem Vorbild des Kölner Doms statt Stein Eisen verwenden. Denn Eisen war leichter, solider und kostengünstiger. Neue Messungen und Berechnungen führten dann zum Schluss, Sandstein sei nach wie vor das geeignete Baumaterial. Der Aufbau begann im August 1888 und endete 1894.

222 Treppenstufen

Die Finanzierung erfolgte mit einer Sammelaktion. 1101 Privatpersonen spendeten 97715 Franken, hinzu kam eine anonyme Schenkung von 50000 Franken, alle Zünfte und die Burgergemeinde spendeten zusammen 100000 Franken. Für den Restbetrag übernahm die Einwohnergemeinde Bern eine Garantiesumme von 50000 Franken.

Zur ersten Turmgalerie führen spiralförmig 222 sandsteinerne Treppenstufen bis auf die Höhe von 46 Metern. Dort befinden sich acht in Sandstein gehauene Skulpturen. Sie erinnern an jene Personen, die die Turmerhöhung massgeblich geprägt und ausgeführt haben.

Es hatte dort schon früher Figurenkonsolen gegeben, die aber ganz verwittert und unkenntlich waren. An ihrer Stelle hat man dann ganz kurz nach Vollendung der Turmerhöhung 1894 die acht Hauptakteurein Stein gehauen und auf der ersten Terrasse verewigt. Unter ihnen befindet sich auch die Skulptur eines Mannes, der seine Wurzeln im Emmental hatte.

Vor 125 Jahren

Es ist jene von Zimmerpolier Friedrich Strahm. Er war heimatberechtigt in Röthenbach und war 1847 in Wattenwil im Gürbetal als Sohn des Christian Strahm und der Christina Küenzi getauft worden. Er hatte fünf Brüder.

Dieser Friedrich Strahm war in Bern mit Rosina Isler aus Moosseedorf verheiratet, wurde von ihr aber später geschieden. Schliesslich verehelichte er sich ein zweites Mal, nämlich mit Elsbeth Reber von Schangnau. Er starb 1912 im Zieglerspital in Bern.

Die Münster-Schlusssteinlegung erfolgte übrigens im November 1893 an einem sonnigen Tag mit einem wunderbaren Weitblick auf die Stadt und auf die Berner Alpen. Der Münsterpfarrer schloss damals die Einweihung mit dem Spruch: «Möge diese Turmspitze stets herniederschauen auf ein glückliches, frommes Bern, auf gesegnete Fluren, auf ein freies Land!»

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