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«Gegen Fundamentalopposition gibt es keine Mittel»

Alfred Bärtschi, Präsident der Schwellenkorporation Lützelflüh, ist überzeugt, dass er und der Vorstand alles richtig gemacht haben. Für ihn ist das Projekt vorläufig vom Tisch.

SVP-Grossrat Alfred Bärtschi.
SVP-Grossrat Alfred Bärtschi.
Andreas Blatter

Fast zehn Jahre lang haben Sie an diesem Projekt gearbeitet. Jetzt hat es die Versammlung bachab geschickt. Was für Konsequenzen ziehen sie daraus?Alfred Bärtschi:Ich bedaure den Entscheid. Aber wir müssen ihn akzeptieren. Die Kommission und ich ziehen aber keine persönlichen Konsequenzen daraus.

Sie bleiben also Präsident der Schwellenkorporation?Ja.

Sie haben nichts falsch gemacht?Wir haben alles so gemacht wie vorgeschrieben. Im Nachhinein kann man sagen, wir hätten vielleicht noch mit dem einen oder anderen zusätzlich reden sollen. Wir, ich und der Vorstand, sind aber überzeugt, dass wir keine Fehler gemacht und alles ordnungsgemäss erledigt haben. Das wurde uns auch von den verschiedenen Amtsstellen bestätigt. Wir haben sogar mehr gemacht als üblich und sind den Leuten entgegengekommen.

Wieso war es nicht möglich, die Opposition ins Boot zu holen?Während der Mitwirkung hat man nichts gehört. Wir haben dann zig Informationsveran­staltungen durchgeführt, die nicht sehr gut besucht waren. Erst als die Profile standen, begann sich die Interessengemeinschaft gegen das Projekt zu bilden. Trotz etlichen Gesprächen konnten wir uns nicht mit allen Dorfbewohnern einigen und so auch nicht ­alle Einsprachen erledigen. Wir haben es an der Versammlung darauf ankommen lassen.

Wäre es nicht nötig gewesen, externe Hilfe zu engagieren?Wir haben alles probiert. Wir waren mit den Einsprechern beim Regierungsstatthalteramt, auch die Wasserbaubeauftragte war zugegen. Um jene Einsprachen mit ökologischen Anliegen zu bereinigen, haben wir zudem einen Landschaftsarchitekten beigezogen. Wir haben das Möglichste versucht. Aber gegen Fundamentalopposition gibt es kein Mittel.

Wie geht es jetzt weiter?Das Projekt ist schubladisiert. Mittelfristig wird nichts unternommen.

Wie können Sie ein so wichtiges Projekt auf die lange Bank schieben?Uns sind die Hände gebunden. Die Wasserbaupflicht haben wir erfüllt. Jetzt ist es vom Tisch. Nun ziehen wir andere Projekte vor. Es gibt viele Mitglieder der Schwellenkorporation und Gemeindebürger, die es nicht goutieren würden, wenn wir gleich nochmals mit einem Projekt daherkämen. Die betroffenen Anwohner hatten ihre Chance.

Wann wird das Projekt wieder ein Thema?Sicher nicht in den nächsten vier bis acht Jahren. Vor 2030 wird es zu keinen Bauausführungen kommen. Sofern kein Hochwasser kommt.

Was, wenn das der Fall ist?Das ist das Unschöne daran. Die Leute sind jetzt auf sich selber ­gestellt. Wir können bei nötigen Gebäudesicherungen keine finanzielle Mithilfe leisten. Die Schwellenkorporation ist nur für Hochwasser- und nicht für Gebäudeschutz zuständig.

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