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Gemeinderat musste zurückkrebsen

Wer auf öffentlichem Grund einen bewilligungspflichtigen Anlass durchführt, muss Mehrweggeschirr verwenden. Diese Vorschrift hätte am 1. Januar in Kraft treten sollen. Doch die Einführung verzögert sich.

Dieses Jahr sind Plastikbecher noch erlaubt, nächstes Jahr ist Schluss damit.
Dieses Jahr sind Plastikbecher noch erlaubt, nächstes Jahr ist Schluss damit.
Olaf Nörrenberg

Die Einführung stand von Anfang an unter keinem guten Stern. Wohl überwies der Stadtrat 2011 einen Auftrag der Grünen Freien Liste, die verlangte, dass an bewilligungspflichtigen Anlässen auf öffentlichem Grund in Burgdorf Mehrweggeschirr verwendet werden muss. Aber erst im Herbst 2015 konnte das Parlament darüber abstimmen.

Doch Einwohner Fritz Bösiger und 640 Mitstreiter bekämpften das vom Stadtrat gutgeheissene Abfall- und Gebührenreglement per Referendum. Vergeblich. Am 5. Juni letzten Jahres erteilte das Burgdorfer Stimmvolk den Kritikern eine deutliche Abfuhr. Der Weg zur Einführung des Mehrweggeschirrs war frei. In Kraft treten sollte die neue Vorschrift am 1. Januar 2017. Doch daraus wird beziehungsweise wurde nichts.

Gegen Ungerechtigkeiten

Nur: Jene, die kritisiert hatten, dass künftig an Grossanlässen in Burgdorf Ess- und Trinkwaren nur noch in Mehrweggebinden (Teller, Becher, Besteck) verkauft werden dürfen, können sich jetzt trotzdem nicht so recht freuen. Denn verschoben ist nicht aufgehoben. Die Regelung, welche die Abfallmenge und den Reinigungsaufwand massiv reduzieren soll, wird ein Jahr später eingeführt.

Weil der Gemeinderat vor der Abstimmung über das Re­ferendum im Juni 2016 bereits Veranstaltungen bewilligt habe, ­ohne den Einsatz von Mehrweggeschirr vorzuschreiben, habe er beschlossen, die neue Vorschrift erst ab 1. Januar 2018 in Kraft zu setzen, erklärt Georg Brechbühl. Er ist der Leiter der Burgdorfer Werkbetriebe.

Die Verschiebung wurde noch vom Gemeinderat in der alten Zusammensetzung beschlossen. Festveranstalter, die der Stadt für das kommende Jahr bereits bekannt seien, würden mit einem Informationsblatt über die anstehende Praxisänderung ins Bild gesetzt. Falls gewünscht, werde er auch Bezugsquellen von Mehrweggeschirr nennen, ergänzt Brechbühl.

Ausnahme für SRF

An den beiden Grossveranstaltungen im Sommer – Solätte und Kornhausmesse – sowie an allen für das Jahr 2017 noch zu bewilligenden Anlässen auf öffentlichem Grund können die Besucher ihre Getränke und ihr Essen noch aus Wegwerfbechern und -papptellern geniessen. Eine grosse Ausnahme gibt es allerdings in diesem Jahr: Anlässlich der Fernsehsendung «SRF bi de Lüt» am 27. Mai setzt die Stadt Burgdorf ganz auf Mehrweg­geschirr.

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