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Gotthelf-Betreiber können erst einmal durchatmen

Dank einem Grossratsentscheid darf sich das Gotthelf-Zentrum nun für die Kulturtöpfe der Regionalkonferenz bewerben. Die Zukunft ist damit gesichert – zumindest vorerst.

Blickt jetzt optimistisch in die Zukunft: Heinrich Schütz, Mitglied des Leitungsteams.
Blickt jetzt optimistisch in die Zukunft: Heinrich Schütz, Mitglied des Leitungsteams.
Thomas Peter

Dieses Mal ist Heinrich Schütz entspannter. Die Sorgenfalten sind gewichen. «Ich fühlte mich wie nach einem Fussballmatch der Schweizer Nationalmannschaft», sagte er am Donnerstag am Telefon. Und gestern im Gotthelf-Zentrum sitzend: «Mich freut das natürlich wahnsinnig. Jetzt ist unsere Zukunft ge­sichert.»Der Grund für Schütz’ Freude ist eine Entscheidung des bernischen Grossen Rates vom Donnerstag, der dem Zetrum nun erlaubt, sich für die Kulturtöpfe der Regionalkonferenz zu bewerben.

Der Aufbau des Zentrums war 2010 mit einem Beitrag von rund 3,3 Millionen Franken aus dem kantonalen Lotteriefonds fi­nanziert worden. Im damaligen Beschluss stand jedoch ein Satz, der weitere Betriebsbeiträge an das Zentrum ausdrücklich ausschloss. Mittels Motion hat SVP-Grossrat Alfred Bärtschi erreicht, diese Bestimmung zu streichen (wir berichteten).

Auch eine PR-Aktion

Mitte Juli war Heinrich Schütz noch weniger gelassen. Er war sich nicht sicher, ob die Motion durchkommen würde. Denn der Regierungsrat hatte den Vorstoss bereits abgelehnt. Schütz sagte damals: «2010 hat der Passus vielleicht noch Sinn gemacht.» Inzwischen habe sich das System aber geändert. Für Beiträge an die Betriebsführung sei der Lotteriefonds nicht mehr zuständig. Heute gelte das Kulturförderungsgesetz. «Es ist einfach nicht recht, dass wir da auf ewig ausgeschlossen sein sollen.» Er ist nun froh, dass auch viele Grossräte das so sehen. Besonders freut er sich, dass viele sich positiv über das Zentrum geäussert und einige Räte in ihren Pro-Voten sogar «träfe» Gotthelf-Zitate verwendet hätten. Schütz verhehlt nicht, dass die ganze Aktion noch einen weiteren positiven Effekt hatte. Das Gotthelf-Zentrum war wieder mal in aller Munde. «Letztlich war es auch eine gute PR-Aktion», sagt er.

Der nächste Schritt ist es jetzt, sich für die Kulturtöpfe zu bewerben. Die Regionalkonferenz Emmental vergibt die Subventionsverträge alle vier Jahre neu. Die nächstmögliche Periode beginnt 2021 und dauert bis 2024. Bis ­Ende November müssen die Gemeinden ihre Eingaben machen.

Schütz ist optimistisch. Mit Lützelflüh hat man sich schon ­abgesprochen. Und auch was die Regionalkonferenz angeht, hätten einige Gemeindevertreter, die selber keine Eingaben machen könnten, sich bereits für das Gotthelf-Zentrum ausgesprochen, sagt Schütz. Gemäss einer Vereinbarung unterstützt Lützelflüh die Institution noch bis 2023 mit rund 20 000 Franken. Dieser Betrag würde durch die Subventionen verdoppelt. Dabei tragen die vierzig Emmentaler Gemeinden 10 Prozent und der Kanton 40 Prozent der Kosten.

Es braucht noch mehr Geld

Heinrich Schütz hofft, dass für die übernächste Periode die Gemeinde ihren Beitrag erhöht, sodass das Zentrum auf jährlich bis zu 60 000 Franken zählen könnte. So viel müsste es mindestens sein, um längerfristig zu überleben. Denn Heinrich Schütz und seine Mitarbeiter sind alle über das Pensionsalter hinaus, arbeiten fast ausschliesslich ehrenamtlich und müssen deshalb über die Nachfolge nachdenken.

Wieder solche engagierte Pensionäre zu finden, scheint schwierig. Deshalb schwebt Schütz und seinem Team vor, eine fixe Zentrumsleitung mit einem Pensum von rund 60 Prozent fest anzustellen. Dafür aber braucht es eben Geld, und zwar solches, das regelmässig reinkommt.

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