«Ich wehre mich gegen eine Etappierung»

Burgdorf/Oberburg

Regierungspräsident Christoph Neuhaus im Interview über die Verkehrssanierung Burgdorf-Oberburg-Hasle.

Bau- und Verkehrsdirektor Christoph Neuhaus.

Bau- und Verkehrsdirektor Christoph Neuhaus.

(Bild: Nicole Philipp)

Urs Egli

Heute beginnt das Mitwirkungsverfahren für die Verkehrssanierung Burgdorf-Oberburg-Hasle. Regierungspräsident Christoph Neuhaus, wann starten die Bauarbeiten?
Christoph Neuhaus: Ab 2022, hoffe ich. Zuerst muss der Grosse Rat 2021 den Baukredit genehmigen und die Referendumsfrist abgewartet werden.

Kann der Bau noch verhindert werden?
Ja, wenn man im Bereich der Linienführung beispielsweise noch eine absolut einzigartige Tierart findet, könnte der Bau so noch verhindert werden. Ich bin aber überzeugt, dass das Emmental heute näher an einer Verkehrssanierung ist als noch vor 10 oder 20 Jahren.

Der Beitrag des Bundes in Höhe von 92 Millionen Franken ist noch nicht garantiert. Muss der Kanton Bern die Gesamtkosten von 418 Millionen schlimmstenfalls alleine tragen?
Nein, dazu wird es nicht kommen. Bundesrätin Doris Leuthard hat seinerzeit eine schriftliche Zusage gemacht, dass die Verkehrssanierung agglomerationsprogrammwürdig ist. Dieses Faktum kann auch die zuständige Kommission des Ständerats, die dem Projekt kritisch gegenübersteht, nicht ausser Acht lassen. Wenn das Emmental ein Kanton wäre, hätte es wahrscheinlich schon lange eine eigene Autobahn. Was man jetzt realisieren will, ist eine adaptierte Lösung von Hasle über Oberburg und Burgdorf nach Lyssach und umgekehrt. Also nicht eine Schnellstrasse, sondern die für das Emmental bestmögliche Lösung, die den verschiedensten Gruppen etwas bringt.

Der Ständerat hat aber noch nicht Ja gesagt.
Ich gehe davon aus, dass unsere Lobby- und Überzeugungsarbeit im Ständerat erfolgreich sein wird. Wenn die kleine Kammer verlässlich ist, wird sie zu diesem Projekt Ja sagen müssen.

Welches sind die Stolpersteine?
Die letzte Unsicherheit ist der Grossratskredit sowie die Frage, ob dagegen dann das Referendum ergriffen wird. Die Bevölkerung von Oberburg ist sicher grossmehrheitlich für die Sanierung, weil zwei Drittel des Verkehrs aus den Dörfern auf die Umfahrung gebracht werden können. Aber Opposition gibt es immer.

Ist für Sie, falls das Geld knapp wird, eine Etappierung denkbar?
Ich wehre mich entschieden gegen eine Etappierung. Nur das Gesamtprojekt bietet die Sicherheit, nicht nach zwei oder drei Etappen in eine Sackgasse hineinzusteuern. Dass die Gegner der Verkehrssanierung eine Etappierung fordern, ist klar. So hätten sie die Möglichkeit, bei jeder Etappe Einsprache zu machen und das Verfahren jeweils bis ans Bundesgericht zu ziehen.

Wann wird das erste Auto auf der neuen Strasse fahren?
Ich hoffe, dass dies 2032 der Fall sein wird.

Berner Zeitung

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