In der Not hilft Anton Mosimann

Lüderenalp

Michael Hoff ist der neue Besitzer des Panoramahotels Bärnsicht. Erfahrung als Gastgeber hat er keine. Aber der Koch der königlichen Familie Grossbritanniens steht ihm mit Rat zur Seite.

Die Aussicht auf der Lüderenalp hat es ihm angetan. Jetzt ist Michael Hoff nicht nur Besitzer des Hotels, sondern amtet auch als Gastgeber.

Die Aussicht auf der Lüderenalp hat es ihm angetan. Jetzt ist Michael Hoff nicht nur Besitzer des Hotels, sondern amtet auch als Gastgeber.

(Bild: Andreas Marbot)

Im April 2017 hat Michael Hoff das Restaurant und Hotel auf der Lüderenalp gekauft. Er ist Alleininhaber der Magastromie AG und kommt ursprünglich aus Schaffhausen. Per Zufall stiess er auf das Inserat der ehemaligen Besitzerfamilie Held.

Seine erste Reise ins Emmental unternahm er sodann, um das Hotel Lüderenalp zu besichtigen. «Es war die einzigartige Schönheit des Ortes», die ihn zum Kauf bewogen habe, sagte er am Dienstag vor den Medien. Unter dem neuen Namen «Bärnsicht-Panorama-Hotel» will er dem Betrieb zu einem Neustart verhelfen.

Baujurist wird Gastronom

Erst fungierte Hoff nur als Inhaber. «Doch der Entschluss, selbst auch Gastgeber zu sein, reifte mit zahlreichen interessanten Begegnungen im Hotel», erzählt er. Der Quereinsteiger war vorher noch nie in der Gastronomie tätig, sondern arbeitete als Baujurist. Das Hotelleriegeschäft will er «by doing» erlernen.

Und dass dieses Vorhaben nicht unmöglich ist, zeigt sich an diesem sonnigen Nachmittag: Der Parkplatz ist voll, und sowohl in der Gaststube als auch auf der Terrasse sind viele Tische besetzt.

Falls dann doch einmal etwas schiefgehen sollte, hat Hoff noch ein Ass im Ärmel: Anton Mosimann, Koch der königlichen Familie Grossbritanniens. Der berühmte Koch sei Ende Juni 2017 anlässlich des Mosimann-Oldtimer-Rallys auf der Lüderenalp zu Gast gewesen. «Wenn du Probleme hast, ruf mich an», habe Mosimann gesagt und Hoff eine Siegeldruckkarte zugesteckt.

Vegane Gerichte aus Indien

Er wird ausserdem von anderen Personen unterstützt: Das Personal, inklusive Koch, habe er übernommen. Auch die Speisekarte werde grundsätzlich nicht ver­ändert, aber erweitert: «Mitte Herbst werden wir an bestimmten Tagen vegetarische und vegane Gerichte anbieten.»

Zubereitet würden diese von einer Köchin aus Südindien, welche in der Tradition der ayurvedischen Kochkunst verwurzelt sei. Auch baulich wird vorläufig nichts verändert. «Die Bausubstanz ist gut», erklärt Hoff.

Doch in Sachen Rahmenprogramm will der Inhaber neue Akzente setzen. Mit Konzerten und Ausstellungen will er Platz für traditionelle Kultur schaffen. Wobei er nicht nur auf regionale Kunst abzielt: Am 7. Oktober 2017 vollführt eine Tanzgruppe aus Baden den «Bharatanatyam», einen klassischen indischen Tanz.

«Ich bin überzeugt von diesem Konzept», sagt Lorenz Mühlemann, der sich als Kulturattaché bezeichnet. In der emmentalischen Gastronomie dürfe man nicht fantasielos sein und müsse sich etwas einfallen lassen, um Gäste anzulocken. Mühlemann, der Leiter des Schweizer Zither-Kulturzentrums in Trachselwald, wird das Kulturprogramm am 24. August mit einem Hanottere-Konzert eröffnen.

Dazu wird ein 3-Gang-Menü serviert. «Das Bärnsicht-Panorama-Hotel soll sich zu einem kulturellen und kulinarischen Begegnungsort entwickeln», betont Michael Hoff. Auch der Geschäftsführer ist musikalisch und wird mit seiner Bluesband auf der Lüderenalp auftreten.

Gemälde ausstellen

Doch unter Kultur versteht er nicht nur Musik: Das Konzert wird auch eine Zitherausstellung im Hotel eröffnen. Zudem möchte Hoff regionalen Künstlern wie Malern oder Bildhauern ermög­lichen, ihre Werke auszustellen.

«Alle sechs Monate soll das Interieur von den Werken eines anderen Künstlers bestimmt sein», sagt Mühlemann. «Kultur und Gastronomie sollen sich auf der Lüderenalp vernetzen und sich gegenseitig befruchten», sagt Mühlemann.

Berner Zeitung

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