Kulturmühle: Budmiger gibt die Leitung ab

Lützelflüh

Die Nachfolge ist bereits geregelt: Neu wird Monika Gfeller die Geschäftsstelle der Kulturmühle führen. Marlies Budmiger hat ihr Mandat niedergelegt.

Sie hat die Kulturmühle durch schwierige Zeiten geführt: Die 48-jährige Marlies Budmiger.

Sie hat die Kulturmühle durch schwierige Zeiten geführt: Die 48-jährige Marlies Budmiger.

(Bild: Thomas Peter)

Jacqueline Graber

Gut zwei Jahre leitete sie die Geschicke der Kulturmühle. Nun hört Marlies Budmiger auf. Sie gab am Freitagabend an der Hauptversammlung des Vereins Kulturmühle Lützelflüh ihren Rücktritt als Präsidentin bekannt. Zeitgleich legt sie auch ihr Mandat als Leiterin der Kulturmühle nieder. Ein Nachfolger für das Präsidium ist noch nicht gefunden, bis es so weit ist, wird Budmiger gemeinsam mit Sam Moser ad interim im Co-Präsidium das Amt leiten.

Neue Strukturen

Geregelt ist hingegen bereits die neue Leitung der Geschäftsstelle: Ab morgen Dienstag wird Monika Gfeller aus Grünenmatt die Stelle fix in einem 30-Prozent-Pensum besetzen. Gfeller ist keine Unbekannte; sie führte etliche Jahre das Sekretariat der Schule Lützelflüh. «Auf der Suche nach einem Nachfolger haben wir mit verschiedenen Personen Gespräche geführt und uns dann für ­Monika Gfeller entschieden», erklärte Marlies Budmiger.

Etliche Leute würden sich bestimmt fragen, warum sie schon wieder aufhöre, sagte Budmiger, die ihren Entscheid mit der Einführung von neuen Strukturen begründete. «Ich bin überzeugt: Neue Strukturen funktionieren am besten mit neuen Leuten.» Sie betonte, dass die Änderungen nicht direkt im Zusammenhang stünden mit der Veruntreuung durch den ehemaligen Kassier.

2014 entdeckte sie, dass er in einer Zeitspanne von etwa zehn Jahren weit über 100'000 Franken unterschlagen hatte. Nach dieser Präzisierung nahm Marlies Budmiger nochmals das Thema Strukturen auf. Sie erklärte, dass sie bereits kurz nach ihrem Stellenantritt Anfang 2014 gemerkt habe, dass das damalige Führungsmodell der Kulturmühle nicht mehr zeitgemäss war.

Dieses stammte noch von ihrem Vorgänger Fritz von Gunten, der die Lützelflüher Institution während zwanzig Jahren führte. «Für viele war Fritz die Mühle, und die Mühle der Fritz», stellte Budmiger fest. Er habe die Geschäftsführung innegehabt, präsidierte den Verein und sass im Stiftungsrat.

Und dadurch, dass er auch sein privates Büro für Öffentlichkeitsarbeiten in der Mühle hatte, sei er praktisch immer anwesend gewesen. «Eine solche Personalunion macht Transparenz und Abstützung auf mehrere Schultern schwierig», betonte Marlies Budmiger und sprach dabei aus Erfahrung; denn sie war während ihrer Mandatszeit Vereinspräsidentin, Stiftungsrätin und zugleich Leiterin der Geschäftsstelle der Stiftung.

Auf ihren Input hin wurden nun die Funktionen getrennt. Ihre Erfahrungen brachte sie zudem auch bei der Aufgabenverteilung in der neuen Geschäftsstelle ein. Monika Gfeller wird sowohl für den Vereinsvorstand Arbeiten erledigen wie auch für den Stiftungsrat.

Finanzen wieder im Lot

Für sie sei es ein günstiger Zeitpunkt für den Rücktritt, so Budmiger. «In den zwei Jahren wurde viel aufgearbeitet und neu aufgegleist.» Zudem seien nun die ­Finanzen im Lot. Denn nachdem der Ex-Kassier sein Haus verkauft hatte, zahlte er letzten ­November der Kulturmühle die nachgewiesenen Schulden von über 100'000 Franken zurück. ­Somit steht der Verein erstmals nach vielen Jahren wieder auf gesunden Füssen.

Die studierte Agronomin ETH freut sich nun darauf, wieder mehr Zeit mit ihrer Familie verbringen zu können. «Ich habe intensive Zeiten hinter mir und habe oft auch am Abend für die Mühle gearbeitet.»

Denn die ­48-Jährige leitete nicht nur das Kulturinstitut, sie war auch als Erwachsenenbildnerin am Inforama, dem Bildungs-, Beratungs- und Tagungszentrum für Land- und Hauswirtschaft im Kanton Bern, tätig. Diese Anstellung wird sie beibehalten. Und auch der Kulturmühle wird sie nicht ganz den Rücken zukehren: «Ich bleibe gerne im Stiftungsrat.»

Berner Zeitung

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