Laub weg, Deponie in Sicht

Langnau

In den Uferbereichen werden immer wieder unerlaubt Gegenstände deponiert. Die Gemeinde reagiert darauf nun mit einer Publikation im Anzeiger.

Auch wer sein altes Dreirad in der Ilfis entsorgt, macht sich strafbar. Art und Zahl der illegal deponierten Gegenstände sind gross.

Auch wer sein altes Dreirad in der Ilfis entsorgt, macht sich strafbar. Art und Zahl der illegal deponierten Gegenstände sind gross.

(Bild: Daniel Fuchs)

Benjamin Lauener

Jedes Jahr dasselbe: Wenn im Herbst das Laub an den Uferpflanzen langsam zurückgeht, sticht ins Auge, wie viele Gegenstände zu finden sind, die nicht dorthin gehören. «Dieses unerlaubte Deponieren ist ein Dauerthema», sagt Ronald Aeschlimann, Sachbearbeiter Baupolizei bei der Gemeinde Langnau.

Der Rechtswidrigkeit dieser Machenschaften seien sich viele Personen offenbar nicht bewusst. «Daher sahen wir uns veranlasst, darauf aufmerksam zu machen und hinzuweisen, dass im Wiederholungsfall Strafanzeige eingereicht würde.» Aus diesem Grund hat die Gemeinde Langnau im Anzeiger ein Sensibilisierungsinserat geschaltet.

Ufer bieten Sichtschutz

In der Publikation wird von Grünabfällen, Holzstapeln und gar Fahrzeugen geschrieben, die ohne Rücksicht auf die Natur an den Ufern der Gemeindegewässer abgeladen würden. Dabei spielt es laut Aeschlimann keine Rolle, wie gross das Gewässer ist. «Ob Gohl, Frittenbach oder Ilfis, überall wurden Gegenstände gesichtet, die dort absolut nichts verloren haben.»

Eine weitere Frage, die sich stellt: Warum wird gerade an Gewässern so viel Unrat deponiert? Ronald Aeschlimann vermutet: «Dort hat es Platz, und teilweise sind die Stellen gut bewachsen, sodass die ­Objekte länger verborgen bleiben.»

Sobald aber ein Fremdkörper entdeckt wird, sind die Gemeindearbeiter dafür verantwortlich, diesen zu entfernen. Die Mehrkosten und der zusätz­liche Zeitaufwand, die dadurch für die Gemeinde entstehen, «können jedoch nicht beziffert werden».

Parkieren verboten

Aber nicht nur das Abladen, ­Abstellen oder Deponieren und das Hoffen, dass der Gegenstand möglichst lange verborgen bleibt, stellt ein Problem dar. «Teilweise werden auch Autos gesehen, die am Lauf eines Gewässers parkiert worden sind», stellt Aeschlimann klar.

Wer also vor einem Spaziergang an der Ilfis seinen Wagen auf einem natürlichen «Gratisparkplatz» direkt am Fluss abstellt, macht sich genauso strafbar wie jemand, der sein verrostetes Fahrrad bei einer Schwelle entsorgt. Vor allem bei Hochwasser könne ein solches Parkieren verheerend sein, da ein von einer Flutwelle mitgerissener Personenwagen eine erhebliche Gefahr darstellen könne.

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